Startseite | Bestellen | Profil | Impressum
> Startseite > Edition Blechluft > Neue deutsche Erinnerungswelle-Leseprobe |
Besuchen Sie den Günter Sahler Verlag auch hier: |
||
![]() |
Edition Blechluft-Leseprobe als E-Book Hier können Sie eine Leseprobe der Edition Blechluft 1 - 5 im ePUB-Format für E-Book-Reader downloaden: download > LeseprobeBL.epub "Neue deutsche Erinnerungswelle" - Edition Blechluft 2 Leseprobe 1980 gab es in Bonn bereits eine Reihe neugewellter Bands. Gemeinsam entschloß man sich im Sommer ein Festival zu veranstalten. Veranstalter war der Verein "Alternative Rock in Bonn e.V." bei dem Stephan Werner Geschäftsführer war. Als Festivalnamen schlug Stiev "Wischi Waschi" vor und als Veranstaltungsort konnte der Nam Nam-Club in Bonn-Godesberg (Friesdorf) genutzt werden. Der Nam Nam-Club war eigentlich ein Ort wo
sich Rocker trafen. Beim ersten Wischi Waschi-Festival am 23. August 1980 spielten Splitter, V.B. Margin, G., Static Dancing, Cosh, Synthetico und Anlieger Frei. Ich brachte die erste Ausgabe meines Fanzines Wellenreiter im Januar 1980 heraus, da war ich 15 Jahre alt und wohnte in Bad Godesberg, dem Bonner Diplomatenvorort. Den Namen "Der Wellenreiter" habe ich aber nur für die ersten beiden Ausgaben benutzt. Im April hiess es dann schon "Datenverarbeitung". Der Name ergab sich daraus, dass ich ein paar Monate vorher bei meinem Vater, der ein Wirschaftsprüfungs- und Steuerberatungsbüro in Bonn betrieb, einen Nachmittagsjob als Buchhaltungsassistent angefangen hatte. Die Tätigkeit bestand darin, Mandantendaten mittels einer Buchungsmaschine einzugeben. Zu dem Zeitpunkt kannte ich absolut niemanden aus der Bonner oder gar Kölner oder Düsseldorfer Szene.
Die Geschehnisse in Düsseldorf etc. waren mir nur aus den Berichten in der Sounds bekannt, und ich hatte im Herbst 1979 angefangen, mir die entsprechenden Platten zu besorgen. Über das Fanzine habe ich dann diverse Leute aus Bonn und Troisdorf kennen gelernt (u.a. Georgie D., später bei Pension Stammheim und Shunt), die dann ab der zweiten Ausgabe bei dem Heft mitmachten. In den den 60er Jahren war Robert Gitarrist der Band Thunderbirds. Das war irgendwo im Raum Neuwied/Koblenz. Beatmusik war angesagt. Jahre später ist er dann im Film- und Fotobereich tätig, u.a. beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln. Robert spricht hier von einer Minikarriere beim Fernsehen als Kameraassistent. [...]. 1974 machte er sich auf nach New York, hätte dort fast ein Studium an einer Musikschule begonnen. Rock 'n' Roll liegt aber auf der Straße und nicht im Konservatorium, ist seine Meinung. Los Angeles, Mexiko, Guatemala sind weitere Stationen. 1975 lauscht er der Reggaeband Burning Spear bei den Aufnahmen auf Jamaica zu "Do You Remember The Days Slavery". Die auf Jamaica gehörte Musik empfahl er Freunden in Deutschland. "So kam es, dass wir Ende 1975 die Plattenverkäufer inmitten ihres Queen-/ABBA-Ramsches fast aus der Ruhe brachten, indem wir etwa nach Bob Marley fragten", sagte der Bonner Thomas Reschke. Über Virgin Islands, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Haiti, Maimi, New Orleans, Nashville kam Robert 1975 (oder 1976) schließlich nach New York. In der Band Cold Fever spielte Robert Gitarre. Nachdem sich die Band aufgelöst hatte, war er Aushilfsgitarrist der Kultband Kongress. Einen dieser Auftritte im Club Max's Kansas City besuchte der schon erwähnte Thomas Reschke Ende Juli 1976. Thomas Reschke war aus Bonn mit einem Mädchen angereist, das sich wenige Jahre später Stef Petticoat nannte. Sie machte von Robert Fotos im Max's Kansas City. In einem 1981 veröffentlichten Artikel schrieb Thomas Reschke: "In seiner halb ausgeräumten Wohnung an der Ecke 108. Straße/Broadway auf der West Side spielt Robert mir Kassetten vor, die er von den Bands aufgenommen hat, die jetzt die Szene erobern: Television, Heartbreakers, Mink DeVille, Talkin[g] Heads, Pere Ubu sind die Namen der Stunde, die erste Ramones-LP ist gerade erschienen, Singles von Burning Spear liegen herum: mit ihm hat Robert auf Jamaica gejammt." Robert berichtet: "The Damned kommen aus London und nehmen CBGB's auseinander. Es fliegen Hamburger mit Ketchup. [...] Im Studio von Conny Plank in Neunkirchen-Seelscheid lernte Robert Dave Stewart und Annie Lennox von den Eurythmics kennen. Die beiden hatten in Conny Planks Studio mit der Unterstützung von Holger Czukay, Robert Görl, Clem Burke, Jaki Liebezeit und Markus Stockhausen ihre erste LP "In The Garden" aufgenommen. In Londons Norden hatten sie sich nun ein kleines 8-Spurstudio auf einem Speicher eingerichtet und nahmen dort die Demos für ihre nächste Platte auf. Auswahldiscografie / -biografie H bis M mit deutschen Punk-, New Wave und einigen Old School-NDW-Bands Vorgestellt werden: Nina Hagen Band, Hans-a-Plast, Hass, Haushaltswaren, Die Haut, Die Helden, Hermann's Orgie, Holger Hiller, Hinterberger's Wut, Honkas, Die Hornissen, Die Ich's, Ideal, Index Sign, Idiots, Die Ihmesspatzen, Im Namen des Volkes, Inzucht und Ordnung, IXTOC-1, JaJaJa, Jeanette und das Land Z, Jetzt, Jimmy Jenny und Jonny, Kaltwetterfront, Die Kapazität, Kastrierten Philosophen, Katastrophentheorie, Keine Ahnung, Kein Mensch, KFC, Holger Kielgas, Klischee, Piet Klocke, A.K. Klosowski/Pyrolator, Klystron, Knusperkeks, Korpurs Kristi, Die Kontainers, Kosmonautentraum, Kowalski, Kraftwerk, Kreuzer, Die Krupps, Der Künftige Musikant, La Loora, Leben und Arbeiten, Die Lemmige, The Lennons, Les Vampyrettes, Liaisons Dangereuses, Lost Gringos, Luzibär, Luxus, Malaria, Male, Mania D., Mannschreck, Marionetz, Materialschlacht, Mau Mau, Mekanik Destrükiw Komandöh, Nicolie Meyer, Mimmi's, Minus Delta T, Mittagspause, Modern Entertainment, Der moderne Man, Moloko Plus, Mona Mur und die Mieter, Die Monotones, Mutterfunk, Mythen in Tüten Platten und Plattenkritiken: Kosmonautentraum, 7inch, u.a. "Der Deutsche", Eigen-
label, 1981 Bandbiografie: Michael Jarick aka Ziggy XY und Eckart Kurtz aka E.K.T. machten ein Fanzine mit dem Namen "Heute". E.K.T. spielte mit einem Herrn Karl May bei The Worst. Zusammen mit Mattus Simons und Claudius Hempelmann bildeten Ziggy XY und E.K.T. die Band Der Moderne Man. Ziggy XY fungierte auf den ersten beiden Platten als Sänger, verließ dann die Band und gründete Kosmonautentraum. Ende April 1981 hatte die Band ihren ersten öffentlichen Auftritt in der Hamburger Markthalle. "Ziggy XY ist einfach kein besonders charismatischer Sänger. Ansonsten gab es eine Menge guter Einfälle, die allerdings stellenweise etwas willkürlich und planlos kamen. Technisch guter Musiker ist keiner bei Kosmonautentraum, kein Fehler, aber auch kein Grund sich dauernd ins wilde-aufs-Instrument-eindreschen-und-das-für-Intensität-halten zu flüchten." (Ewald Braunsteiner, Sounds, 6/1981). Mit zur Band gehörten Erhardt Süsskind, der einfach nur Süsskind genannt wurde und aus Rees am Niederhein kam und dort auch noch in einer Band spielte, E.K.T. (hier am Schlagzeug und nicht wie bei Der Moderne Man an der Gitarre) und Karl May. Die erste Platte des Kosmonautentraum "Der Deutsche" wurde von der Band selbst verlegt. "Wir sind eine ironische Band - wir haben von Anfang an das gespielt, was wir nicht konnten. Unsere erste Single in Verbindung mit unserem Namen war ganz klar ein Antiprojekt." (Sounds, 2/1982) Für die folgenden Platten ging man zum ZickZack-Label. Kosmonautentraum gab ihren Titeln teilweise Nummern. So erschien auf dem ZickZack-Sampler "Lieber zuviel als zuwenig" das Stück "Kosmonau- tentraum Nr. 10". Die LP enthielt Stücke mit recht komplizierten Texten wie z.B. bei "Juri Gagarin", nachdem manchmal auch diese erste LP genannt wird, da ein Foto von ihm das Cover ziert. "Tendierten seine früheren Texte noch zu Geschichten, so sind die neuen eher persönlich-assoziativ. Sie vermitteln keinen eindeutig identifizierbaren Sinnzusammenhang, sind aber, wie jeder Wortgebrauch, auch nicht frei von Sinn. Einzig in dem Stück "Juri Gagarin" (welcher sowjetischer Erstlingskosmonaut war) wird auf jedes deutbare Verhältnis vom Sänger zum Wort verzichtet. Phantasielaute begleiten die Musik ..." (Christine Heise, Sounds, 2/1982). Auf dem "Ach Hannover"-Tapesampler von Spargel Tapes (Jörg Laubisch, Martin Fuchs) von 1982 sind ein Teil der Bandmitglieder auch beteilgt. So wird Erhardt Süsskind als Kontaktadresse der Band Die unsichtbare Hand genannt und Michael Jarick bei dem Duo Ziggy & Eno. Es folgte die Kosmonautentraum-Maxi "Livorno 1956" und dann die zweite LP "Tagediebe", die in farbiges Vinyl gepreßt und in einer Klarsichthülle verpackt war. Das Stück "Abschied" erschien dann auch auf dem Zick-Zack-Sampler "Wunder gibt es immer wieder". Mittlerweile waren Jochen Arbeit, Hopek Quirin und eine weitere Person von Die Ich's zur Band gestoßen. Süsskind war in Bonn mit Lisardo Rivas als Facon Facon aktiv. Die letzte Platte des Kosmonautentraum, die bei ZickZack erschien war die "Angst ist mein König"-Maxi. Danach erschienen noch zwei Platten - "Magdalena" und "Schöne Weihnachten" - bei Ulan Bator. 1986 brachte Martin Fuchs, auf seinem All Roads Lead To Beatown-Kassettenlabel eine Kassette mit den den durchnumerierten Kosmonautenträumen und weiteren Stücken raus. Noch 1989 tauchte der Kosmonautentraum in der kompletten Liste "aller deutscher Bands" in Spex auf. Dort wird in der Diskografie noch die LP "Prinz der Ghettos" (Muster) genannt, dies könnten u.U. die nie von ZickZack veröffentlichen Aufnahmen sein, die es laut Gerüchten geben soll. Zusammen mit Marcus Oehlen (Ex-Mittagspause) brachte Ziggy XY die 12inch "Beer Is Enough" bei What's So Funny About heraus und dann gibt es noch eine 7inch der Hamburger Band Säurekeller an der Ziggy XY beteiligt war. Literatur:
© 2011 - 2012 Günter Sahler, Heckenweg 1, 51789 Lindlar, Tel.: 0 22 66 - 44 04 08, E-Mail: info@guentersahler.de. |

