Hofbräuhaus München

„Als ich in München ankam, ging ich natürlich auch ins Hofbräuhaus. HB steht am Eingang und steht auf allen den Tausenden von Maßkrügen, die im Frieden wie im Krieg geschwungen werden.“  (Illustrierte Kriegs-Chronik, 1915)

Berliner Konzerthaus „Clou“

Im März 1914 (Foto: Kunstverlag Paul Kaufmann, Berlin-Wilmersdorf).

Im November 1912 (Foto: Kunstverlag Paul Kaufmann, Berlin-Wilmersdorf).

https://de.wikipedia.org/wiki/Markthalle_III

„Kino-Ausstellung >Der Film< in Berlin – Die vom 12. Juni bis 4. Juli ds. Js. in Berlin in den Gesamträumen des Berliner Konzerthauses (Clou) stattgefundene Ausstellung für moderne Lichtspielkunst >Der Film< verdient besonderes Interesse. Über den Wert von Spezialausstellungen ist man sich seit langem einig.“ (Velhagen & Klasings Monatshefte, 1920)

Berliner Konzerthaus (Clou, Mauerstraße 82 und Zimmerstraße 90/91). Anfahrt in der Mauerstraße von der Leipziger Straße oder Krausenstraße nach Schützenstraße oder von der Friedrichstraße in die Zimmerstraße.“ (Automobil-Rundschau, 1929) 

Kaffeehaus-Schnellfotografie

Foto aus dem Café Barkhof, Hamburg.

Auf dieser Seite sammele ich Bilder und Informationen zur Schnellfotografie in Kaffeehäusern und sonstigen Gaststätten des frühen 20. Jahrhunderts. Schnellfotografie gab es damals auf Jahrmärkten oder bei bestimmten Ausflugsorten (z.B. am Drachenfels). Die Besonderheit war, dass man die Fotos schon kurz nach der Erstellung mitnehmen konnte.

 

Foto im Café Eldorado, Altona.

Meine Annahme: Es kam der Fotograf beispielsweise in ein Café, fragte ob man Interesse an einem Foto hätte, schoss das Bild und brachte später die Abzüge.

Über die Entwicklung der Schnellfotografie ist mir wenig bekannt. Daher ich nur ein paar Hinweise.
Im Februar 1900 meldeten Max Schultze und Walter Vollmann das D.R.P. 123291 für einen Apparat für Schnellfotografie an. Die Kamera des Patents hatte zwei übereinabder liegende Dunkelräume, eins für die Negative, das andere für die Positive. Walter Vollmann hatte bei der Firma Grass & Worff 1897 eine Abteilung für Amateur-Fotografie eingerichtet.

Im Jahr 1900 begann Johannes Oster vor der Nibelungenhalle am Drachenfels mit Schnellfotografie. Die Leute konnten sich auf einen Esel setzten, ließen sich fotografieren und holten sich auf dem Rückweg die Fotos ab.

1902 veröffentlichte Wilhelm Baumann im Verlag Erstes Postkarten-Moment-Atelier (das Atelier von Baumann war in der Neuhauserstraße 2, München) eine „Gründliche Anleitung zur Ausübung der modernen und gewinnbringenden Postkarten-Schnell-Photographie ohne besondere Vorkenntnisse. Mit Berücksichtigung der Verhältnisse an allen verkehrsreichen Plätzen“.

Foto in Urbans Burghof, Hohe Straße 38, Köln.

„In den letzten Jahren haben sich Geschäfte etabliert, wo in wenigen Minuten eine Porträtaufnahme, auf Bromsilberkarte kopiert, ausgeführt wird, und zwar für den minimalen Preis von 50 Pfg. Es ist klar, dass in dieser kurzen Zeit die einzelnen Manipulationen etwas weniger penibel gehandhabt werden. Die Aufnahme der Person geschieht in der üblichen Weise auf Bromsilberplatte. Das Negativ, nachdem es kurz abgespült und die Schichtseite mit einem dünnen Celluloidblatt überlegt worden ist, wird mit der Bromsilberkarte im Kopierrahmen (eventuell mit Vorschaltung von Vignetten oder Masken) exponiert; dann wird das Positiv „rapid“ entwickelt, fixiert, gewässert und getrocknet.“ (Paul Hanneke: Die Herstellung von photographischen Postkartenbildern, 1905)

Es gab Postkartenkamera für das Format 10:15 (erwähnt 1914). Eingesetzt wurden diese auch auf Volksfesten oder Jahrmärkten. In der Druckschrift der Firma Karl Arnold konnte man lesen: „Diamant-Postkarten-Kanone laut beigefügter Abbildung ist die letzte Erfindung auf dem Gebiete moderner Schnellphotographie“ und weiter: „Ihr Bild in 5 Minuten auf Bromsilberpostkarten, ohne Platten, ohne Film, Ohne Dunkelkammer!: Postkarten-Kamera für Schnellphotographen“.

Foto in Urbans Burghof, Hohe Straße 38, Köln.

Fotografen in Hamburg und Altona taten sich bei der Schnellphotographie besonders hervor. Zahlreiche Postkarten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg finden sich heute noch. In Urbans Burghof in Köln gab es einen Fotografen der den Gästen Bilder von ihrem Tisch anbot. Bilder zu Urbans Burghof sammele ich hier. Auch im Berliner Konzerthaus Clou wurden solche Fotos angeboten.

 

Bilder aus Hamburg und Altona (ca. 1910 bis 1918)

Albrecht Cimbal, Café Barkhof, Mai 1913. Foto: American Schnell-Atelier, Hamburg.

Café Eldorado, Altona, Juli 1913. Foto: „Elite“ Hamburg, Centrale für Schnellphotographie

Café Klosterburg, Jahr unbekannt. Foto: Express Schnell-Photographie Alexander Attin, Hamburg.

Café Sonnabend, Hamburg, September 1910. Foto: Magnus Mannheim, Photographische Werkstätte, Hamburg.

Café Westminster, Altona, Jahr unbekannt. Foto: „Elite“, Zentrale für Schnellphotographie.

Café Barkhof, Dezember 1912. Foto: ?

Café Kronprinz, Altona, 1914. Foto: ?

Café Kronprinz, Altona, 1913. Foto: Photographie Jaensch, Hamburg-Winterhude.

Kaffeehaus Wallhof, Hamburg, Jahr unbekannt. Foto: ?

Café Wallhof, Jahr unbekannt: Foto: Magnus Mannheim, Photographische Werkstätte, Hamburg.

Ort und Jahr unbekannt. Foto: Atelier Expreß Otto Steingraf, Altona.

Albrecht Cimbal, Ballhaus Trichter, Hamburg, Jahr unbekannt. Foto: American Schnell-Atelier, Hamburg.

Café Belvedere, Hamburg, November 1913. Foto: Photographie Jaensch, Hamburg.

Café Belvedere, Hamburg, Jahr unbekannt. Foto: Photographie Jaensch, Hamburg.

Foto: Express-Schnell-Photographie von Alexander Attin, Hamburg, Centrale Kaufmannshaus.

Rathaus Café, Hamburg, Jahr unbekannt. Foto: Hans Schmidt, Photograph. Werkstätte, Hamburg.

Stempel auf der Seite der Karte.

Rezeptbuch 1907 (N)

In diesem Buch sammelte eine Bergische Frau (Gegend Wuppertal, Solingen) ab 1907 ihre Kochrezepte.

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Rezept Kartoffelkuchen.

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Rezept Mandeltorte.

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Rezept Fastnachtskrapfen.

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Rezepte von der Firma Oetker.

Käfer aus Florida (N)

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Cicindelinae, Habroscelimorpha dorsalis saulcyi aus der Familie der Sandlaufkäfer, von Cayo Costa Lee County, Florida (USA). Bookattack Collection.

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Dieser Käfer wurde auf der Insel Cayo Costa, Florida (USA) gesammelt. Bookattack Collection

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Rasiermesser (N)

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Dies ist die Verpackung in der das Rasiermesser aufbewahrt wurde. Aufschrift: „Emil Jansen, Wald – Solingen. Stahlwarenfabrik & Versandgeschäft“). Bookattack Collection.

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Karton zur Aufbewahrung des Rasiermessers und das Rasiermesser. Bookattack Collection.

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Frühe Fotografie

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Landschaftsfotograf, Laborzelt, Stich 1860er Jahre (Frankreich).

„1851 gelang dem Engländer Frederic Scott Archer mit dem Kollodium-Verfahren eine geeignete Methode zu entwickeln, bei der Glas als Träger der lichtempfindlichen Schicht verwendet wurde. Gegenüber dem bis dahin für Vervielfältigungsverfahren verwendeten Papier ließ sich die harte Glasplatte leicht in Kameras fixieren und verfügte über eine optimale Transparenz verbunden mit einer glatten Oberfläche.
Als Bindemittel der Silbersalze diente Kollodium, eine Mischung aus in Äther und Alkohol aufgelöster Nitrozellulose, sogenannte Schießbaumwolle, versetzt mit Jod- oder Bromkalium. Die gallertartige Masse musste auf der Glasplatte verteilt und nach der Sensibilisierung im Silbernitratbad sofort belichtet werden, bevor sie auszutrocknen drohte.
Die Technik war kompliziert, aber richtungsweisend. Sie verlangte vom Fotografen chemische Kenntnisse und zügiges Arbeiten, jedoch überzeugten Kontrastumfang und Feinkörnigkeit der Negative, vor allem aber die extrem kurzen Belichtungszeiten. Die erfolgreiche Etablierung des nassen Kollodium-Verfahrens bedeutete zugleich den endgültigen Durchbruch der Vervielfältigungstechnik gegenüber den bislang dominierenden Unikaterfahren.“ (in: Gerhard Hetzer, Michael Stephan „Entdeckungsreise Vergangenheit – Die Anfänge der Denkmalpflege in Bayern.“, 2008, S. 247)

„Das nasse Kollodium-Verfahren. Dreißig Jahre lang – von 1851 bis etwa 1880 – standen die Fotografen bei ihrer Arbeit unter Zeitdruck. Die Glasplatten mußten an Ort und Stelle lichtempfindlich gemacht, noch im nassen Zustand belichtet und danach sofort entwickelt werden. Denn die lichtempfindliche Schicht aus Kollodium und Silbernitrat wurde nach spätestens 20 Minuten trocken und damit fast unempfindlich. Folge: Bei Aufnahmen außerhalb des Ateliers mußte die >Dunkelkammer< in Zelten, Handwagen, Kutschen mitgenommen werden.“ (Johann Willsberger: Fotofaszination – Kameras, Bilder, Fotografen. 1975)

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Labor eines Landschaftsfotografen, Stich 1860er Jahre (Frankreich).

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Landschaftsphotograph, Stich 1890er Jahre (Deutschland).

„Dies stellt in Anbetracht des erheblichen Gewichts der 13 x 18 cm großen Glasplatten-Negative, der Plattenkamera nebst Stativ und selbstverständlich der Reise mit der Kutsche bei Wind und Wetter eine heutzutage respekteinflößende Leistung dar. Kein Wunder, dass jede neue fotografische Entwicklung rasch aufgegriffen wurde. So finden sich im Bildarchiv auch bereits um 1890 entstandene Kunststoffplatten im Format von ca. 20 x 30 cm aus Nitro-Cellulose, dem sogenannten Celluloid, als deutlich leichterem Trägermaterial für die lichtempfindliche Schicht. Neben dem haltbareren Gelatinepapier anstelle von Albumin setzten sich im professionellen Bereich dann ab 1910/1920 Film-Material als Negativträger sowie die Reduzierung der Formate von 12 x 9 cm Planfilm bis im Laufe der 1930/1940er Jahre auf 6 x 6 cm Rollfilm durch.“ (Markus Hundemer „Inventarisation und frühe Fotografie“, in: Gerhard Hetzer, Michael Stephan „Entdeckungsreise Vergangenheit – Die Anfänge der Denkmalpflege in Bayern.“, 2008, S. 241/242)

„Zur Ausrüstung des Fotografen gehörten damals neben Kamera und Holzkassetten ein Holzstativ sowie ein schwarzes Tuch, unter dem die Bildschärfe auf der Mattscheibe eingestellt wurde. Die Belichtung erfolgte mittels einer abnehmbaren Objektivkappe oder aufsteckbarer Hilfsverschlüsse für Moment- und Zeitaufnahmen. Ab etwa 1900 erhielten Objektive aber auch moderne Verschlüsse, wie etwa dem Compo oder den Compur der Münchner Firma Deckel.“ (in: Gerhard Hetzer, Michael Stephan „Entdeckungsreise Vergangenheit – Die Anfänge der Denkmalpflege in Bayern.“, 2008, S. 244)

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Rolf Ihme: Bild – Illustration – Bilderdruck (VEB Fachbuchverlag, Leipzig, 1985)

„Die Dunkelkammer. Das war und ist die zweite Welt der Fotografen. Im Schein von Petroleumlampen begann das Hantieren mit Chemikalien und Kontaktrahmen …“ (Johann Willsberger: Fotofaszination – Kameras, Bilder, Fotografen. 1975)

„Albuminpapier war aufgrund seiner lange unübertroffenen Wiedergabequalität im 19. Jahrhundert das beliebteste Fotomaterial im Positiv-Verfahren und blieb bis ca. 1920 in Gebrauch. 1850 eingeführt, erfolgte die Beschichtung des Bildträgers mit Albumin (Hühnereiweiß) und Natriumchlorid ab 1880 industriell. Der Fotograf musste das unempfindlich ausgelieferte Papier lediglich im Silbernitrat-Bad sensibilisieren, bevor er es auskopieren, d.h. in direkten Kontakt mit den Negativ belichten konnte. Die fixierte und gewässerte Fotografie wurde anschließend durch die Satiniermaschine vollflächig auf Karton aufgezogen, um das Einrollen des sehr dünnen Papiers entgegenzuwirken und die Oberfläche des Bildes zu glätten.“ (in: Gerhard Hetzer, Michael Stephan „Entdeckungsreise Vergangenheit – Die Anfänge der Denkmalpflege in Bayern.“, 2008, S. 247)

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Jan S. Kunstreich: Frühe Photographen in Schleswig-Holstein (Verlag Boyens & Co., Heide, 1985)

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Verpackung von „Apollo Raprid-Platten“ (Gelatine-Trockenplatten; eingetragene Fabrikmarke Amsterdam 1883) der Trockenplatten-Fabrik Unger & Hoffmann in Dresden.

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Verpackung von „Apollo Raprid-Platten“ der Trockenplatten-Fabrik Unger & Hoffmann in Dresden mit einem Händleraufkleber von Hermann Scheyhing, Photographische Handlung.

„Das >saubere< Verfahren. Der englische Arzt dr. Richard Leach Maddox hatte sich geärgert: Das Arbeiten mit dem nassen Kollodiumverfahren ging nie ganz ohne Kleckern ab. Er erfand 1871 die Bromsilber-Gelatine-Trockenplatte. Ihr Vorteil: Sie konnte fabrikmäßig vorproduziert werden. Durch die einfachere Handhabung war die Trockenplatte Voraussetzung für die Produktion von handlichen Kameras in größeren Stückzahlen.“ (Johann Willsberger: Fotofaszination – Kameras, Bilder, Fotografen. 1975)

„1871 stellte der englische Arzt Richard Leach Maddox der Öffentlichkeit ein Negativ-Verfahren vor, bei dem die mit einer lichtempfindlichen Emulsionsschicht aus Silberbromid und Gelatine versehene Glasplatte im trockenen Zustand belichtet werden konnte. Die Beständigkeit der Gelatine-Trockenplatten erlaubte die Fertigung auf Vorrat und entband den reisenden Fotografen vom mobilen Labor.
Trotz dieser Vorzüge erfolgte die Ablösung des nassen Kollodium-Verfahrens nur zögerlich. Die Lichtempfindlichkeit der Gelatineschicht war gering und schwankte bei den anfangs manuell hergestellten Platten. Erst die Idee von Charles Benett, die Sensibilität der Bromsilbergelatine durch einen Bromkaliumüberschuss drastisch zu erhöhen, führte 1878 zum Erfolg und setzte die industrielle Trockenplatten-Produktion schlagartig in Gang.“ (in: Gerhard Hetzer, Michael Stephan „Entdeckungsreise Vergangenheit – Die Anfänge der Denkmalpflege in Bayern.“, 2008, S. 247)

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Ottmar Anschütz: „Kurzgefasster Rathgeber bei der ersten Anschaffung einer photographischen Ausrüstung“ (1896).

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Carte de Visite 

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Carte de Visite

Carte de Visite. „Die Idee zu diesen Fotos ließ sich der Pariser Fotograf André Adolphe Disdéri 1854 sogar patentieren. Die ungeheure Popularität solcher Aufnahmen (Format 6 x 9 cm) führte nicht nur dazu, daß man anfing Fotos von sich zu verschenken, sondern auch die von berühmten Leuten zu sammeln. Das Carte-de-Visite-Foto war bis etwa 1910 >das tägliche Brot< der Fotografen. Die große Nachfrage nach den modischen Bildchen hatte Folgen: Es begann die fabrikmäßige Herstellung der Aufnahmen, und es wurde ein spezieller Kameratyp mit vier Objektiven gebaut, der vier Aufnahmen gleichzeitig oder kurz hintereinander ermöglichte.“ (Johann Willsberger: Fotofaszination – Kameras, Bilder, Fotografen. 1975)

„Ein Bild für 50 Pfennig. So teuer war ein Automatenfoto. Ab 1890 konnte man sich auf Jahrmärkten und Rummelplätzen selbst porträtieren: Automat >Bosco< machte es möglich. … In drei Minuten war ein Bild fertig: Nach der Belichtung wurde die Ferrotypie automatisch entwickelt, fixiert und gewässert.“ (Johann Willsberger: Fotofaszination – Kameras, Bilder, Fotografen. 1975)

Blitzlicht. „Ein unscheinbares graues Material (1859 entdeckt durch Bunsen und Roscoe) brachte vieles ans Licht: 1865 benutzte Charles Piazzi Smyth Magnesiumlicht für Aufnahmen im Innern der Cheops-Pyramide. Mit explosiven Mischungen aus Magnesium, Kaliumchlorat, Schwefelantimon und anderen Chemikalien (1887 eingeführt von Adolf Miethe und J. Gaedicke) arbeiteten Fotografen jahrzehntelang – zum Erschrecken ihrer Kunden. Das Ende der Licht-Alchemie kam 1925: die Erfindung der Staniol gefüllten Blitzlichtbirne durch Dr. Paul Vierkötter.“ (Johann Willsberger: Fotofaszination – Kameras, Bilder, Fotografen. 1975)

„Die Fotografie wird zur Industrie. Die Idee des Amerikaners George Eastman das Fotografieren so zu vereinfachen, daß jeder, der >auf den Knopf drücken konnte<, auch Bilder machen konnte, war das Startsignal für die Massenfotografie. Eastman nutzte die Erfindung des Rollfilms (Prinzip: Bromsilber-Gelatineschicht auf Zelluloid; 1887 von Hannibal Goodwin als Patent angemeldet) und baute dafür eine Kamera in großer Serie: die Kodak Nr. 1.“ (Johann Willsberger: Fotofaszination – Kameras, Bilder, Fotografen. 1975)

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Peter Michels: Das Kollodium – Handbuch der modernen Nassplattenfotografie (Fotokultur 2015)

Lieferanten

Kartons:

  • E. Kaders, Dresden: seit 1867, Fabrik photographischer Cartons, in allen Formaten und Stärken.
  • G. Janssen & Co, Köln, Norbertstraße 30, seit 1862, Photo-Großhandlung.
  • Haufler & Schmutterer, Wien, lithographische Anstalt und Fabrik photographischer Cartons, auch: lithograph. Anstalt für Photographie, auch: Steindruckerei.
  • Alexander Lindner, Berlin, seit 1862 („also zu einer Zeit, in welcher die ersten photographischen Papierbilder hergestellt wurden“,Photographische Chronik, 1908), Fabrik photographischer Kartons.
  • Bernhard Wachtl, Wien, lithograph. Anstalt und Steindruckerei, photographische Cartons, z.B. „lithographierte Visit-Cartons, Cabinet-Cartons oder Elisabeth-Cartons“.
  • Karl Krziwanek, Wien, seit 1860, lithografischen Anstalt, Händler Fotografiebedarf (siehe: [1]). Andressbuch: „Steindruckereibesitzer und Händler mit Utensilien für Fotografie“ (1874). „Der führende österreichische Lieferant für Photokarten war der Wiener Photohändler Karl Krziwanek, der eine eigene Lilhographieanslalt betrieb.“ (Gebrauchsgraphik). „… in Wien zwei große LithographischeAnstalten gab,Eisenschimmel & Wachtl, später nur Wachtl und Karl Krziwanekdie Kartons herstellten.“ (Lexikon der Wieder Fotographen).

Photo-Großhandlung „G. Janssen & Co., Cöln a. Rh.“ (N)

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Dies ist die Rückseite eines Fotos aus dem Atelier von Ernst Zeck. Schaut man genau hin, dann sieht man unten rechts in kleiner Schrift „G. Janssen, Cöln a. Rh.“. das heißt der Fotograf Zeck hat seiner Fotokarton bei der Firma G. Janssen in der Norbertstraße bestellt.

Die  Photo-Großhandlung G. Janssen & Co., Cöln a. Rh. wurde 1862 gegründet. Sie befand sich zunächst in der Christophstr. 8, später erwarb die Firma das Haus  Norbertstr. 30.
Inhaber war um die Jahrhundertwende Jos. Liersch.
Dort gab es z.B.  „Trockenplatten und Papiere, Firma Karten (zum Aufkleben der Photographien in jeder Ausführung) oder Photographie-Ständer“ (Preisliste von 1904).
1905 verkaufte Liersch die Firma und verließ Köln. Neuer Inhaber war Herr Auerbach (Photographische Chronik, 1905).
1911 Vertretung der Royal-Standardplatten.
1950er Jahren als „Janssen & Cie, Photo-Fachgrosshandlung“ (Firmenlogo: JACIE).
1952 Festschrift zum zum 90-jährigen Jubiläum.
1958 in der Norbertstr. 26 – 30.
1962 schrieb Dr. Werner Jüttner vom Kölner Stadtmuseum zum 100-jährigen Jubiläum eine Festschrift.
1969 neben Köln auch in Berlin, Frankfurt und Stuttgart.
1971 in der Norbertstr 26.
1973 auch als Foto-Großhandlung Royal GmbH & Co., Norbertstraße 26 – 30.
1974 in der Norbertstr. 26 – 30.

Soldaten mit Zeitungen im April 1915 (N)

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Drei Soldaten in einem Lokal.

Drei Soldaten saßen im April 1915 in einem Lokal. Sie tranken ein wenig, wohl Rotwein, auf dem Tisch stand eine Flasche mit Korken. Zwei Männer rauchten Zigarren oder Zigaretten.  Auf dem Tisch stand vor einer Blume eine Werbung der Trierer Zigarettenfabrik „Haus Neuerburg“ (ab 1918 in Köln mit der bekannten Marke Overstolz).

Der Soldat links hielt die Titelseite einer Ausgabe der „Kölnischen Zeitung“ vom Donnerstag, 8. April 1915 hoch. Es ist die erste Morgen-Ausgabe des Tages mit der Nr. 353. Es gab mehrere Ausgaben täglich. Mindestens eine „Morgen-Ausgabe“, eine „Mittags-Ausgabe“ und eine „Abend-Ausgabe“. Zwei Beispiele von den Tagen 21. und 25. Mai 1913:
„Kölnischen Zeitung“, Nr. 585, Mittwoch, 21.5.1913, Abend-Ausgabe
„Kölnischen Zeitung“, Nr. 600, Sonntag, 25.5.1913, erste Morgen-Ausgabe
Es gab demnach drei bis vier Ausgaben täglich.

Die Schlagzeile am 8. April 1915 lautete: „Der neue Durchbruchsversuch der Franzosen – Strömungen in Bulgarien“. Es wird also über das Neueste des Krieges berichtet (hier Aktivitäten der Franzosen an Maas und Mosel und „Strömungen“ in Bulgarien).

Der Soldat in der Mitte hielt eine Ausgabe der Satirezeitschrift „ULK“ hoch, Ausgabe Nr. 13 vom 26. März 1915. Das war nicht die neueste Ausgabe, am 2. April war bereits die Nummer 14 erschienen.

Die „Kölnische Zeitung“ (Verlag M. DuMont Schauberg, Köln) war neben der „Frankfurter Zeitung“ (Frankfurter Societäts-Druckerei, Frankfurt a.M.) eine wichtige überregionale Zeitung im damaligen Deutschland.

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Titelblatt des Satiremagazins ULK. Ausgabe Nr. 13 vom 26. März 1915. Diese Ausgabe hielt der Soldat auf dem obigen Bild in die Kamera.

Eine weitere überregionale Zeitung war das „Berliner Tageblatt“ (Rudolf Mosse Verlag, Berlin); sie soll die größte Auflage gehabt haben. Die Satirezeitschrift „ULK“ erschien von 1872 bis 1922 donnerstags als Gratisbeilage des „Berliner Tageblatt“ und von 1910 bis 1922 auch in der regionalen „Berliner Volks-Zeitung“ (Rudolf Mosse Verlag, Berlin). Ab 1922 erschien die „ULK“ als eigenständige Publikation bis 1932.

Weitere Satiremagazine mit überregionaler Bedeutung waren „Fliegende Blätter“ (1845 bis 1944), „Kladderadatsch“ (1848 bis 1944), „Simplicissimus“ (1896 bis 1944) und „Der wahre Jacob“ (1879 bis 1933).

 

Digitalisierte Zeitschriften:
Simplicissimus
der wahre Jacob
ULK
Fliegende Blätter
Kladderadatsch

Heidelberger historische Bestände

Anzeigen in der Kölnischen Zeitung (1871)

Anzeigen aus „Kölnische Zeitung“, Nr. 34, Freitag, 3. Februar 1871

 

koanz002 Heute reden wir von Gummistiefeln. Statt Gummischuhen könnte man auch von Kautschukschuhen sprechen, denn „schon von den Eingeborenen Südamerikas [wurde] das Kautschuk zur Herstellung von Schuhen benutzt. Sie bestrichen hölzerne oder thönerne Schuhformen mit Kautschuksaft und ließen denselben darauf eintrocknen. War das Kautschuk in genügender Dicke aufgetragen, so wurde die Form daraus entfernt“ („Die Fabrikation der Kautschuk- und Guttaperchawaaren“, 1883). Aber diese Schuhe hatten einige Nachteile, bei Hitze klebten sie und bei Kälte waren sie spröde. Erst durch Verbesserungen von Charles Goodyear 1840, konnten diese Nachteile behoben werden.  Die Amerikaner Hiram Hutchinson und Henry Lee Norris produzierten nach 1855 in Frankreich bzw. Schottland. In Anzeigen in der 1860er Jahre stand oft „ächt amerikanisch und wasserdicht“. Gummischuhe kamen in erster Linie aus England, Frankreich und Amerika, wobei die aus Amerika am bekanntesten waren.
Die in der Anzeige genannte Bürgerstraße befindet sich direkt beim Kölner Rathaus in der Altstadt. Dort war damals wohl ein Geschäft, denn in der nächsten Anzeige „Braunkohle“ (steht in der Zeitung auch direkt unter der obigen)  wie dieselbe Adresse angegeben.

koanz001 In dieser Anzeige sind die Begrifflichkeiten auf den ersten Blick etwas seltsam.
Sgr. / Thlr. = Silbergroschen bzw. Thaler, damalige Währung. Centner/Zentner = alte Gewichtseinheit. „viel besser als Coaks“ = Braunkohle viel besser als Koks. Brandgeriß = ? (anderes Beispiel von 1848: „3000 Scheffeln Brandgeriß, 900 Zentnern Fettkohlen“. Fettkohle bestimmte Steinkohle). Malter = Volumenmaß.

koanz003 Hier will jemand einen Handwagen und eine Decimal-Waage (= Dezimalwaage zur Messung unbekannter Massen durch Nutzung von Vergleichsgewichten) kaufen. Die Abkürzunjg Ctr. = Centner. Wo soll sich derjenige melden, der verkaufen möchte? Am Ende steht „Die Exp. s., wo.“ (Exp. = Expedition, der Zeitungsverlag), evtl. „Die Expedition sagt wo“. Demnach musste man zur Zeitung gehen und nachfragen.

koanz004 Eine kleine Werbeanzeige der permanenten Industrie-Ausstellung in der Glockengasse 3 für Jagdwagen (Sandläufer) (= kleine Kutsche), Panier (= ein bestimmter Wagentyp) und Phaetons (= kleine Kutsche, „Herrenkutsche“). Die permanente Industrie-Ausstellung diente Fabrikanten zur Bekanntmachung ihrer Erzeugnisse. Erstmalig eröffnet 1862 (?). Um in die Industrie-Ausstellung zu kommen musste man 25 Pfennig (1876 ) bezahlen. Unter der Adresse Glockengasse 3 befand sich ab 1865 eine Gemäldegalerie. In einem Fremdenführer von 1863 stand: „Von der Brückenstrasse treten wir in die gegenüberliegende Glockengasse. In dieser wären zu sehen: Nro. 3, die permanente Industrie-Ausstellung, nebenan die Gewächshäuser und die Privatsammlung des Herrn Ph. Engels.“ (Quelle: [1]).

koanz005Ein Namenstagsgruß, wie er auch heute noch in der Zeitung stehen könnte, würden Namenstage noch so eine Rolle spielen. Der Ort Bayenthal im Süden von Köln gehörte bis 1888 zu Bürgermeisterei Rondorf und wurde dann mit anderen Orten nach Köln eingemeindet

koanz006Diese Anzeige beginnt mit einem hebräischen Wort. Eine ähnliche Anzeige: „7/2 Pfd. per Thlr. Fracht frei bis Magdeburg (Harburg) bei Gebr. Frankenstein, Bielefeld.“ („Allgemeine Zeitung des Judenthums„, 1873). „Fein ausgebackene [hebräisches Wort] 10 Pfund per Thaler liefert franco Station Wesel oder Dülmen die Mazzothfabrik von N. Liebreich.“ („Allgemeine Zeitung des Judenthums„, 1875). (Emballage (= Verpackung) Zur Firma:  „Herrenröcke, Hosen und Westen“, „Herrenkleider“. „Gegründet 1852, Fabrication fertiger Herrengarderoben, auch Leinenwäsche. Spez. leichte Sommerröcke von baumwollenen, leinenen und halbwollenen Stoffen. Absatz grösstentheils auf asserdeutschen europäischen Märkten, in Deutschland nicht. 7 Arb. in der Fabrik, 105 (35 weibl.) ausserhalb.“ (Amtlicher Katalog der Ausstellung des deutschen Reiches, 1873)

koanz007Laden in der Apostelnstraße unweit der Kirche St. Aposteln.

koanz008Das Geschäft Wirz & Schlösser war unmittelbar bei der Kirche St. Columba. Laut Adressbuch von 1846 wohnte dort Wilhelm Anton Wirz, Columbastr. 6/8 ([1]), aber auch Johann Josef Schlösser, Columbastr. 6/8, Übersetzer und Redakteur der Kölnischen Zeitung ([2]), auch Doktortitel, geb. 21. Juni 1780 („Beiträge zur Geschichte der Kölnischen Zeitung, 1930). Dieser hatte evtl. „Anna Gertrud Schlösser, geb. Wirz, 65 J. alt, Columbastr.“ (aus „Rheinische Zeitung“) geheiratet. 1913 firmierte das Geschäft noch als „Südfrüchtegroßhandlung Wirz & Schlösser, Köln“.

koanz009 Speziell für Lieferanten der Armee, gratis per Bahn 2000 Zentner weiße Bohnen (Fisolen). „Reflectierende“, verstehe ich als Interessenten. Franco-Offerte = unverbindliche Kaufangebote.

koanz011Beispiele: „ Zucker in ein halböhmig Faß gelegt“ (1668), „halböhmig Oehlfäßchen“. Es geht um Fassgrößen, z.B. 1 Ohm = 160l. Halb Ohm = halbohm = halböhmig. Genaueres hier. Anfrage „December 1821 bei dem Kaufmann Joseph Seelig in Köln brieflich an, zu welchem Preise er ihr 5 — 10 Ohm 80 prozentigen Rohspiritus gegen sogenannte Zweimonatspapiere überlassen könne.“ („Juristische Monatsschrift für preussisches Recht und dessen Praxis„, 1855). Beispielsweise Eichenholzfass mit verzinkten Eisenringen. Das Geschäft von Jos. Seelig bestand bereits vor 1821.

koanz010 Eine Zwillingsmaschine ist eine bestimmte Dampfmaschine. 8pferdige Maschine = 8 PS-Maschine (Beispiele: „kleine 50 pferdige Gasmaschine“, „Angefangen von den ersten 15 pferdigen Motoren mit einem Einheitsgewicht von nahezu 26 kg/PS und 6 kg stündlichem Benzinverbrauch stieg die Einzelleistung der Motoren auf 90 bis 120 PS, dann auf 150 bis 180 PS und weiter auf 210 PS“). 1882 als Waggonräderfabrikanten Gebr. van der Zypen in Deutz (zur Firma: [1]).

koanz012„1 eisernes Reservoir von 3800 Liter“ (= Vorrat). Theodor Prümm, Kupferschläger, große Sandkaul Nr. 2 (Rheinische Zeitung). Baute später Waagen. Firmengründung 1839. Firmengeschichte ([1])

koanz013Geschäftseröffnung am 1 Mai 1849: Franz Coblenzer, Material- und Farbwaaren-Handlung en gros & en detail Höhle Nr. 22 nahe an St. Alban. ([1)] Als „Coblenzer, Frz, * Höhle 28“ mit einer Lakritzfabrik („Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbtreibenden, Gutsbesitzer“, 1871).

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koanz016Bei einem Plüswolf könnte es sich um einen „ selbstthätigen conischen Wolf (selsacting conical willow)“ handeln „Bei dem conischen Wolf wird die Baumwolle auf der einen Seite beständig eingetragen, während sie an der andern Seite wieder heraus- komm“, Polytechnisches Centralblatt, 1837). 24 “ rh. (24 Zoll rheinisch; “ bei genauen messungen wird das normalmasz, nach dem man sich richtet, als rheinländisch, französisch, Leipziger, Pariser u. s. w., von denen das erste in Deutschland am weitesten galt[1]. Als Beispiel: „einer Breite von 32 Zoll rheinisch Mass (nach sächsischem Mass. 2 Ellen 22 Zoll Höhe bei 1 Elle 11 Zoll Breite)[2]). Firma J. W. Houget et Teston aus Verviers in Ost-Belgien, „welche sich vorzugsweise mit der Verfertigung von Spinn- und Webmaschinen für Wolle, Tuchscheermaschinen ‚), wie auch mit der Lieferung von Dampfmaschinen beschäftigt“ („Die Gewerbausstellung in Brüssel im Jahre 1841″, 1842). Bauten 1829 eine Dampfbürstmaschine, 1837 eine Scheermaschine, auch eine Wollwaschmaschine. 1868: „Dampfmaschme, Steuerung mit Zahnrad ohne Excenter.“ Ein „Wolf“ dient zum Zerkleinern und Mahlen von Gegenständen (siehe Fleischwolf).  Franco-Anfragen = „Der Unterzeichnete gibt auf Franko Anfragen gern nähere Auskunft über …“ = gratis Anfrage, vgl. frank und frei  (vgl. Franco = Versender übernimmt die Kosten der Lieferung/Frachtkosten, der Empfänger zahlt nichts. = portofrei).

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koanz018Ein Bild der Apotheke von 1890 gibt es hier:

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Zum Disch-Haus ([1])

 

 

 

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