Meinungen

… zu „Amateurcomics 1975 – 85“

Forums-Thread in Comiczeichenkurs

Günter Sahler hat sein Buch nun in einem jackentaschentauglichen Format veröffentlicht. Das Büchlein gibt einen Eindruck von der Comiczine-Szene zwischen Mitte der 1970er- bis Mitte der 1980er-Jahre. Als Primärliteratur dienten ihm jeweils verschiedene Ausgaben von 45 Titeln. Zur Recherche führte er Interviews mit Akteuren aus dieser Zeit: Heike Anacker, Andreas Anger, Hans-Joachim Hahn, Horst Kreuder, Stefan Lochmann, Hanspeter Ludwig, Dietmar Müller, Steff Murschetz, Hannes Rall, Peter Schaaff und Kim Schmidt. Einiges was die Interviewten erzählen, macht deutlich, dass für sie die Fanzine-Szene das bedeutete, was Jugendlichen heute ein Internetforum wie dieses bieten kann, nämlich Austausch und ein Sich-Ausprobieren im Comic-Bereich.

Comicgate – unabhängiges Comicmagazin

Günter Sahler beschäftigt sich ausgiebig mit dem, was er „Amateurcomics“ nennt. Unter dem Arbeitstitel „Selbstverlegen und Lernen in der Amateurcomicproduktion – fokussiert auf die Amateurcomiczines zwischen 1975 und 1985“ sammelt er Artikel und Interviews, in denen ausgewählte Publikationen und deren Macher vorgestellt werden.
von Thomas Kögel

dreimalalles

Günter Sahler veröffentlicht derzeit Artikel, in denen er sich mit der Geschichte der deutschen Amateur-Comicszene beschäftigt. Auf ein Interview mit Detlef Surrey folgte nun ein Gespräch mit Hannes Rall, beides wichtige Vertreter der Zeichner- und Heftszene der 1980er. Beide waren gut vernetzt, Surrey arbeitete unter anderem mit Hansi Kiefersauer, Thomas Bunk und Gerhard Seyfried an gemeinsamen Projekten, in den von Rall herausgegebenen Heften erschienen Comics unter anderem der Dinter-Brüder, von denen Stefan Dinter heute noch als Zwerchfell-Co-Verleger aktiv ist.
von Christian Maiwald

… zur „Edition Blechluft“

Testcard — Beiträge zur Popgeschichte #15

„Die umfangreiche, mehr als 300 Seiten umfassende, vierte Textsammlung der Edition Blechluft widmet sich der deutschen Kassettenszene zu Beginn der 1980er-Jahre mit samt ausführlicher Kassettographie im Anhang […]

Im inhaltlichen Teil gibt es nach Orten und Szene getrennte Portraits, garniert mit Interviews mit den damaligen Protagonisten. Und siehe da: Die Provinz lebte! […]

In den Interviews und Artikeln … erfahren wir sehr viel über die damaligen Kommunikationsstrukturen und die Bedeutung von Fanzines in der Kassettenszene. Insofern liefert Edition Blechluft so etwas wie eine Spurensicherung von Material, das bedroht ist, vergessen zu werden.“
von Martin Büsser

franzbielmeier.de/snx/ — The Ostrich Nachfolger

Fast unsichtbar arbeitet der Geist in den Maschinen der Geistlosen, während Chronist und Alchemist Sahler unbeirrbar Staub zu Gold siebt. Zukünftige Bücher zum Thema werden ihn zitieren oder schlecht (geträumt) sein.
von Franz Bielmeier

namremicz — mr. boredom’s all mixed up

Hier wird keine heiße Luft verbreitet und kein Blech geredet. Hier geht es um die neuere Historie deutscher experimenteller Musik, deren Urheber, den verwendeten elektronischen Mitteln (vom Theremin bis Laptop-Software) und Speichermedien (von Noten über CompactCassetten – die ja auch den Umschlag dieses Buchs zieren – bis hin zur mp3-Datei und der Cloud).

In Interviews erzählen Musiker wie Asmus Tietchens, Hans Castrup (von den Poison Dwarfs, einer Cassetten-Band der frühen 1980er Jahre, die anno 2012 ein neues Album veröffentlicht hat), Ulli Putsch (S.Y.P.H.), Markus Detmer (Staubgold-Label-Macher und Musiker bei Klangwart), Tom Scheutzlich (Mutter) oder Torstn Kauke (Superstolk) und andere, wie ihre Musik entsteht bzw. entstand. Diese Gespräche sind nicht säuberlich in einzelne Kapitel unterteilt sondern werden mit Zitaten anderer Künstler oder technischen Texten collagiert. Da treffen Erlebnisberichte auf Technikgeschichte, Hardware auf Software, Stockhausen auf Punk Rock. Und auch Damo Suzuki schaut auf einen Sprung vorbei. Es werden die Nischen der deutschen Popkultur ausgeleuchtet – erfreulicherweise auch in der vermeintlich düsteren Provinz.
Hier können Sie den Text komplett lesen.
von namremicz

unpop-media.blogspot.de — unpop-media (Torstn Kauke)

Schon seit einigen Jahren bin ich begeisterter Leser der sehr liebevoll und sehr detailverliebt geschriebenen Musik-Buchreihe „Edition Blechluft“ … Für die neuste Ausgabe „Lass uns über Musikkontexte reden“ (Edition Blechluft 6) unterhielt sich der Herausgeber Günther Sahler mit den verschiedensten Musikern und Szenemenschen des wie auch immer definierten deutschen Undergrounds. Neben u.a. Asmus Tietchens, Tom Scheutzlich (Mutter), Markus Detmer (Staubgold-Label), Thomas Schwebel (Syph, Mittagspause, Fehlfarben) und Hans Castrup (Poison Dwarfs) ist einer der Interviewpartner: Torstn Kauke. Ich selbst also.
Und wer sich gerne in die Plaudereien reinliest, die ich hier auf dem unpop-blog zu verbreiten habe, den könnte vielleicht auch die neue Blechluft interessieren, denn das Interview mit mir ist soetwas wie die Prequel zu den Texten hier auf dem unpop-blog. Erstmals berichte ich von den wirklichen Anfängen meiner „Karriere“ – aus Zeiten, als mein Bruder und ich noch die kompletten Beatles in Hamburg waren, von ersten selbstgegründeten Bands und Projekten wie Radowu oder Glück Gluck Glück, vom Aufstieg und Niedergang vom KIX Imperium und so manche Zote mehr – bis hin zur aktuellen Superstolk-Besetzung mit Herrn Ritter und meiner Beteiligung am Waggon am Kulturgleis in Offenbach. Obwohl ich jede Ausgabe der Edition Blechluft uneingeschränkt empfehlen kann, ist es doch etwas besonderes mit dieser neuen Ausgabe. Anstatt nämlich einfach alle Einzelinterviews schön chronologisch nacheinander abzudrucken, hat Sahler die Textblöcke aller geführten Interviews nach ihrem Sinn und Inhalt zusammengefügt – daraus ergibt sich ein buntes Patchwork der unterschiedlichsten Erinnerungen an die Achtziger, Neunziger und Nuller Jahre, das erstens einen wunderbar kurzweiligen Lesefluss ermöglicht und zweitens die Summe der Einzelteile zu ihrem berühmten MEHR verhilft. Irgendwie zu einer Meta-Biografie des Undergroundkünstlers am Ende des letzten Jahrtausend und Anfang des neuen. Ich bin sehr stolz darauf, eines der Einzelteile sein zu dürfen (und sehr vergnügt darüber, daß Sahler selbst meine größten Schwafelleien ohne Kürzung übernommen hat… Okay – richtig schwafeln tu ich auch gar nicht, aber die übliche Plaudertaschenhaftigkeit meiner blogposts findet sich auch in meinen Interviewpassagen wieder!)

Bücher sind was für die Ewigkeit und aus Papier.
von Torstn Kauke

Fixpoetry.com — Literaturmagazin

Was unter dem Etikett NDW heute allgemein bekannt ist, ist ja nur ein abgeschöpfter, gefilterter Quark. Was in den Proberäumen der Republik und in den Mansarden der Cassettenbastler wirklich los war, ist andernorts enthalten – und die Edition Blechluft sucht diese Plätze auf und erzählt all die kleinen und großen Geschichten, teils in Interviews, teils in kommentierten Diskografien, teils in persönlichen Berichten. Kapitel, die wieder lebendig werden, diese ganze schwierige Zeit , die so stark von dem Verlangen geprägt war in allen Lebensäußerungen ehrlich zu sein, koste es, was es wolle. […]
Jedem, der eine Zeitreise in die Jahre um die neue deutsche Welle unternehmen und dort wirklich ungefiltert ankommen möchte, seien die Bände der Edition Blechluft empfohlen.
Hier können Sie den Text komplett lesen.
von Frank Milautzcki

Journal der Jugendkulturen — vom Archiv für Jugendkultur / Berlin

Der vorliegende fünfte Band der Serie Edition Blechluft ist eine beeindruckend fachkundige und detaillierte Textsammlung zu bekannten und obskuren Bands und Künstlern aus der Zeit der Neuen Deutschen Welle (NDW). […] Neben einem fast fünfzig Seiten langen Beitrag über die Fehlfarben (behandelt wird die Zeit von 1977 bis 2003) findet sich u. a. auch ein Text über die Popmusikszene von 1975 bis 1985 in Limburg an der Lahn. Hier wird deutlich, dass es Sahler auch darum geht, unbekannte Bands abseits der Zentren der NDW (also z.B. Düsseldorf und Berlin) vorzustellen und kaum bekannte und fast nirgends dokumentierte Geschichten vom Rande dieser wichtigen Phase der deutschen Popmusikgeschichte der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei geht es nicht ausschließlich um die NDW, wie man sie vielleicht noch aus den Charts kennt, sondern auch beispielsweise um (Post)Punk oder experimentelle Musik. Der Band enthält außerdem Interviews u. a. mit Stef Petticoat, einer heute kaum bekannten deutschen Musikerin, die es bis in John Peels Radiosendung schaffte, mit Mark Eins von DIN-A-Testbild oder mit Achim Flaam von Hirsche nicht aufs Sofa. Auch der letzte Teil einer ausführlichen NDW-Diskographie (Buchstaben T bis Z und Sampler) ist in diesem Band zu finden […]
von Daniel Schneider

namremicz — mr. boredom’s all mixed up

Autor Günter Sahler forscht in Sachen Post Punk, New Wave und Neue Deutsche Welle und schreibt in diesem Buch über teils obskure, randständige Erscheinungen, aber auch Ikonen der NDW. So erläutert er am Beispiel der D.I.Y.-Künstlerin Sunny, über die man nicht viel weiss, die Quellenlage der Musikforschung (Traditionsquellen versus Überreste oder so). Ein Schwerpunkt dieses Buches liegt auf dem Werdegang der Fehlfarben. […] Was eingangs etwas akademisch anmutet entpuppt sich schnell als Fantum.
Hier können Sie den Text komplett lesen.
von namremicz

Nonpop — Spartenmagazin

Frage: Vermutlich müssen wir erst einmal das Fachwort NDW definieren: Der Neuen Deutschen Welle wird ja quasi alles zugeschrieben, was Ende der 1970er- / Anfang der 1980er-Jahre an deutschsprachiger Musik erschien. „Kleine Taschenlampe brenn“ oder „Tretboot In Seenot“ ebenso wie Musik von S.Y.P.H. und FEHLFARBEN. Womit genau befasst sich also EDITION BLECHLUFT?

Antwort: Bei der Definition des Begriffes NDW wird man nie zu einer alle zufrieden stellenden Antwort kommen. Alle Kriterien, die man nennen wird, werden nicht passen. Nehmen wir das Attribut „deutschsprachig“. Passt nicht, da es auch einige Bands gab, die in Englisch sangen. Der Begriff NDW ist heute eindeutig von Vertretern aus der kommerziellen Ecke belegt. Die Vertreter, die man eher dem Untergrund oder der Subkultur zuordnen würde, haben diese Begrifflichkeit schon damals abgelehnt. Ich denke, diese Schubladenbegriffe sind als grobe Beschreibungen notwendig, um sich überhaupt über Musik unterhalten zu können oder um die Tonträger in den Läden in das ‚richtige‘ Fach zu räumen. Aber darüber hinaus?
Weiter zum kompletten Interview bei NONPOP.de
Interviewer: Michael We

INTRO – Musik und so. Pop, Kultur und gute Noten

„Erstaunen macht sich breit, als ich die Edition Blechluft aus dem Umschlag ziehe. Ich erwartete ein normales Fanzine, doch dies hier ist mehr. Ein Buch, dicker als so mancher Roman, der in letzter Zeit erschien. Ein kurzer Blick in die Seiten erfreut noch mehr, denn das Layout schmeichelt dem Auge. Und die Themen? Da gibt es vielerlei. Ein Interview mit Kajak, die vor einiger Zeit mit ihrem Debüt ‚Haus Der Jugend‘ auf sich aufmerksam machten. Oder auch ein Tourbericht der Rockformation Discokugel. Besonders aufwändig ist eine Labelstory zu L’Age D’Or. Geschrieben im Stile eines Groschenheftkrimis, wird auf subjektive Weise die Recherche zu dem Thema gleich mit in den Artikel eingebunden. Dieser ist äußerst ausführlich und stellt sich damit selbst eine kleine Falle. Für selbst ernannte Lado-Experten, zu denen ich mich jetzt mal zähle, bietet er wenig Neues, und für Einsteiger ist er dann zu lang und zu genau. Dennoch sehr gelungen und zum Schmökern recht angenehm. Besonderer Erwähnung bedarf auch eine gelungene Discografie deutscher Independentplatten von 1977 bis 1985. In dieser Ausgabe der Blechluft geht es um die Buchstaben N bis S. Somit bekommt man allerlei Wissenswertes von den Neonbabies bis zu Stunde X geboten.“
Hier können Sie den Text komplett lesen.
von Daniel Decker

Nillson – the new youth’s terrific KULTURMAGAZIN, www.nillson.de

„Erstaunt und auch ein wenig überwältigt bin ich gewesen, als ich die dritte Ausgabe der „Edition Blechluft“ aus dem Umschlag zog. Ich habe ein Heftchen erwartet, aber das, was ich aus dem Umschlag zog, war ein Buch. Kurz stöberte ich durch die Seiten und war noch erfreuter. Schönes Layout, das sich angenehm liest. Ein Interview mit Kajak, Tourbericht der Formation Discokugel, eine Story über L’age D’Or und Fast Weltweit, eine Discographie über Indie-Veröffentlichungen aus Deutschland von N bis S -die Buchstaben davor scheinen in den beiden Ausgaben zuvor zu sein- und vieles mehr.
Äußerst interessant ist das Interview mit Kajak, was auf jeden Fall auch Leute, die die Band aus dem Fast Weltweit-Umfeld schon kennen, ansprechen dürfte.Die Story über L’Age D’Or ist akribisch recherchiert und bietet reichlich Zitate aus dem Netz. Ich weiß zwar nicht, ob ich mich als Kenner des Labels bezeichnen darf, aber für mich bot das Ganze relativ wenig Neues und auch für viele andere der Leute, die mit Tocotronic, den Sternen, der Regierung & Co. groß wurden, dürfte diese Labelhistorie eher Altbackenes bieten. Für den, der Lado nur wenig kennt, das Label entdecken möchte, mag sie dann wiederum ein wenig zu lang und zu genau sein. Dennoch ist die Story in ihrer Größe recht lesenswert und sicherlich auch als Nachschlagewerk für „Wie-war-das-nochmal“-Gedanken zu gebrauchen. Zwischen der Story gibt es auch ein paar Berichte zu Lado-Bands, leider aber eher zu bekannteren wie Guz, Fink, Tocotronic, die Sterne, Huah oder Stella. Da fällt dann natürlich der Abschnitt zu den mir unbekannten „Die Gants“ positiv auf. Eine der ersten L’Age D’Or Bands, bei denen Carol und Chris von Rautenkranz mitspielten. Dass die ganze Story im Stil eines Groschenheftkrimis geschrieben ist, unterstreicht nur nochmals die akribische Recherchearbeit, die betrieben wurde.
Auch sehr bemerkenswert ist die schon anfangs erwähnte Discographie. Hier finden sich Gruppen a la Neonbabies, Palais Schaumburg oder Der Plan, die man ja aus Werken wie „Verschwende Deine Jugend“ kennt. Aber auch Platten wie Propaganda, Die Regierung und Stunde X. Wirklich sehr geil! Schade, dass es wohl sehr schwer ist, an manche der erwähnten Werke ranzukommen. Aber gerade das macht die Discographie wiederum so interessant.
Mit einem Fanzine lässt sich die „Edition Blechluft“ wohl eher weniger vergleichen. Zwar wird hier in einem recht subjektiven Stil geschrieben, doch überwiegt das journalistisch Genaue und der Rechercheanteil. Vielleicht auch immer noch begeistert von der Buchform würde ich einen Vergleich zu „Testcard“ aus dem Ventil Verlag ziehen. Doch das spielt wiederum in einer anderen Liga. Was aber gar nicht negativ gemeint ist, denn so hat die „Edition Blechluft“ ihre Nische genau zwischen Fanzine, Magazin und Publikationen a la „Testcard“ gefunden.“
von Daniel Decker

Mehrzweckbeutel.de — Magazin für non-lineare Lebensführung

„Günther Sahler hat wenn auch nicht sehr tiefschürfend dann doch nützlich und erquicklich unter der Überschrift „Neue Deutsche Welle und Neue Deutsche Erinnerungswelle“ unter Dreingabe so mancher aktueller Links abgehandelt, was es so auf sich hatte mit Punk und NDW und wie sich die Aufarbeitung und das Erinnern heute darstellt. Wer sich dafür interessiert, wie es zu dieser deutschsprachigen Musik kam und worin das Besondere dieser Zeit bestand, z.B. selbst Platten zu machen und dies nicht nur der Industrie zu überlassen, und was das für Einflüsse bis heute hinterlassen hat, der kann dort einen Eindruck gewinnen.“ (Richard Gleim auf „Mehrzweckbeutel.de — Magazin für non-lineare Lebensführung“ zu diesem Artikel http://parapluie.de/archiv/epoche/erinnern/)

www.ichwillspass.de — Homepage zur NDW

Dabei geht es weniger um die kommerziellen Auswüchse der NDW wie Hubert Kah und Nena, sondern um den Untergrund, in dem es in vielen Städten wie Berlin oder Düsseldorf ab 1978 nur so vor neuer und interessanter Musik brodelte.

Edition Blechluft 1

Hier kommen nun endlich auch authentische Zeitzeugen wie der umtriebige Musiker Frieder Butzmann oder der S.Y.P.H.-Trommler Ulli Putsch zu Wort. Dazu noch kleine aber feine Geschichten über die Szene in Bergisch Gladbach (!) und Interviews der Protagonisten von Unter-Untergrund-Bands wie Phonophobia oder Verlorene Unschuld. Die zweite Häflte des Heftes besteht aus einer sog. Auswahldiscografie New Wave. Diese reicht erstmal von A bis G, ist reichhaltig kommentiert von zeitgenössischen Stimmen (v.a. Sounds) und wird in weiteren Ausgaben von B&L fortgesetzt.

Edition Blechluft 2

Die Materialsammlung über den deutschen Musikuntergrund der frühen 80er geht in die zweite Runde. Wie gewohnt lesen wir von Gaukeli interessantes und kurzweiliges über die Anfänge des New Wave/NDW in der BRD fernab der Musikindustrie. (Szene in Bonn/Enstehung des Normal Label, Irre Tapes, S.Y.P.H. auf Reisen, Korg MS-20 – Die Synthie Legende uvm.) Interviews mit Zeitzeugen (z.B. Kurt Dahlke/Der Plan) und die Fortsetzung der Auswahldiscografie (H-M) runden das Fanzine ab.
von Idaho

Chnupsper Comics — Fanzine zum Durchblättern und Wundern

„Spinnkram oder nicht, eine Spurensuche für Komplettisten-Fetischisten und Spätgeborenen, es gibt Interviews mit damaligen Cassettentätern, Stars (in der Dimension betrachtet für das Heft) Felix Kubin, Kurt Dahlke aka Pyrolator und Thomas Meinecke …“ (Oliver Gefeller in Chnupsper Comics #5 — Fanzine zum Durchblättern und Wundern)

Testcard — Beiträge zur Popgeschichte #11

Die Edition Blechluft ist eine reine Fangeste, versucht sich an einer längst überfälligen Spurensuche und Rekonstruktion dessen, was im Zuge von Punk, New Wave, Industrial etc. seinerzeit in Deutschland passiert ist, und zwar ganz ohne Ächzen im diskursiven Gebälk. Das Interesse gilt eher den Leuten, die das mal gemacht haben, die irgendwie auszugraben und ihnen auf den Nägeln brennende Fragen vorzulegen, wer was wann wo wie mit wem und gegen wen jetzt genau getan hat und ob es vielleicht noch irgendwo vergessene Restauflagen im Keller hat. Halt der gute alte ‚Mensch‘ hinter der jeweiligen Mythos-Miniatur.

Insassen einschlägiger Kononis wie Frieder Butzmann oder Uli Putsch (S.Y.P.H., Bits) erinnern sich im Dienst der ‚historischen Wahrheit‘ ebenso wie eine eher obskure SpezialistInnen-Klientel: Harald Falkenhagen (von der eine-selbstproduzierte-und-saurare-Single-in-1000er-Auflage-Gruppe Phonophobia, von denen es mittlerweile auch eine posthume LP gibt); Daniel Wandke (von V.U. [was in diesem Fall ausnahmsweise mal nicht Velvet Underground heißt, sondern Verlorene Unschuld]und der eine-selbstproduzierte-und-saurare-Single-in-1000er-Auflage-Gruppe D.U.R.); die ehemalige Betreiberin des Heimvorteil-Tapelabels. Dazu gibt es ein Feature über neugewellte Musik in Bergisch Gladbach, den Versuch einer umstrittenen Pure Freude-Discografie usw.

Ferner wird ein zwar — wie ich mal bescheidwissern möchte — beileibe nicht vollständiger, aber superliebevoller Themen-Discographieteil zubereitet, der erst einmal nur bis ‚G‘ geführt wird und später fortgesetzt werden soll. Hier findet man/frau/sonstige nicht nur recht zuverlässige Basisangaben, angereichert um zeitgenössische Rezensionen, die der Natur der Sache folgend meistens von A. Hilsberg und D. Diederichsen stammen, Literaturangaben (auch wieder meistens Spex- und Sounds-Artikel) und außerdem so ca. alles vom Autoren Zusammengeklaubte über Bands und Mitwirkende.

Angemessen finde ich dabei, daß im Schwange dieses längst fälligen pop-archäologischen Aufarbeitungsschubes nicht nur jene Handvoll Bands/Projekte/Platten zur Wiedervorlage kommt, die in den ersten Erinnerungswellen der späten 80er und frühen 90er als interessant und namedropwürdig erachtet worden waren, da sie als avantgardistische Speerspitze auch im internationen Maßstab für (zum Teil extrem) innovativ und kanonfähig gelten durften.“
von Frank APunkt Schneider

Westzeit – Pop auf Draht

Mit den erneut steigenden Pegelständen der Alten Neuen Deutschen Welle wird wohl auch „B&L“ mehr als nur 30 Leute ansprechen. Aber sicher nicht 3.000, denn natürlich reden wir hier von Nerd-ismus in Reinkultur.
von Karsten Zimalla

Marcus Kluge (Autor des Romans „Die Legende von Xanadu“)

Neben Interviews von Autoren, Musikern, Graphic Novel-Machern und Fotografen führt eine fiktive Rahmenhandlung in die Geschichten der portraitierten Künstler. Sahlers Protagonist Gierlich reist in einer Art Punk Fantasy in die realen oder erfundenen Welten seiner Interview-Partner. Beispielsweise fährt Gierlich mit einem beigefarbenen Citroen DS direkt in die Handlung meines Xanadu-Romans. Er besucht die Galerie Puvogel in der Schlüterstraße des Jahres 1973, lernt meinen Helden Beaky kennen und versucht die im Roman wichtige Watteau-Kopie zu kaufen. Offenbar hat er ein Geheimnis über das Gemälde erfahren, dass noch nicht einmal ich, der das Bild erfunden hat, kennt. Er lässt erst von seinem Vorhaben ab, als er begreift, dass der Watteau noch für meinen Roman gebraucht wird.
Hier können Sie den Text komplett lesen.
von Marcus Kluge

The Cartoonist — A Weblog

Rundum zu empfehlen, es macht einen Heidenspaß.
Hier können Sie den Text komplett lesen.
von Ralf Zeigermann