Köln: Groß-Cöln-Vergnügungspalast

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Eingangsbereich des Groß-Cöln-Vergnügungspalasts. Postkarte der Kunstanstalt Ludwig Meister, Köln.

Groß-Cöln, eröffnet 1912, im Zweiten Weltkrieg zerstört.

„Das >Groß-Köln<  wurde 1912 an der Friesenstraße erbaut und gilt, wegen der niedrigen Eintritts- und Getränkepreise, als erstes großes Volksvarieté Kölns. Das Ziel, einer breiten Masse Unterhaltung zu bieten, drückte sich bereits im Namen der Betreibergesellschaft aus: >Groß-Köln Vergnügungspalast GmbH<. Insgesamt bot das >Groß-Köln< mit seinen Nebenbetrieben Platz für 3.500 Besucher und war damit der größte gastronomische Betrieb Westdeutschlands. Zwischen Mai und Dezember 1931 war das >Groß-Köln< geschlossen. Nach einer geplanten, aber nicht durchgeführten Umgestaltung übernahm im November 1931 der Blatzheim-Konzern die Vergnügungsstätte.“ (Jürgen Müller: Willkommen, Bienvenue, Welcome – Politische Revue – Kabarett – Varieté in Köln 1928 – 1938, S. 307)

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Der sog. Varieté-Saal des Groß-Cöln zur Zeit des Ersten Weltkrieges.

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Festsaal im „Groß Cöln“ bei der Sedan-Feier am 2. September 1912. Gefeiert wurde die Kapitulation der französischen Armee nach der Schlacht bei Sedan im Jahr 1870. Letzmalig 1918 gefeiert. 1919 wurde dieser Feiertag gestrichen. ([1])

„Die Friesenstraße führt mitten in eines der traditionellen Vergnügungsviertel der Stadt. Bereits in den 1920er-Jahren strömten die Kölner scharenweise zu den Karnevalsrevuen mit Willi Ostermann im Varietétheater Groß-Köln, dem Vorgänger der heutigen Satorysäle.“ (Arens u.a.: Köln [DuMont-Reiseführer], 2014, s. 233)

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Vor dem Vergnügungspalast. Ausschnitt aus der Postkarte der Kunstanstalt Ludwig Meister, Köln.

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„Gruß aus >Groß – Cöln< Friesenstr. Hohenzollernring in Cöln a. Rh. Frau mit Militärmütze (Postkarte des Groß-Cöln. Zeichnung von Luis Usabal. Von Usabal gibt es zahlreiche Motive, auf denen junge Frauen Militärmützen tragen, vgl. „Fräulein Feldgrau“-Karten und Buch von Rudolf Jaworski „Mütter – Liebchen – Heroinen: Propagandapostkarten aus dem Ersten Weltkrieg“).

 „Das Varietégeschehen in Köln konzentrierte sich weitestgehend auf den internationalen Kaiserhof, den Volkstümlichen Burghof und das Revuetheater Groß-Köln, alle drei betrieben von Hans Herbert und Ludwig Blatzheim mit ihren weitreichenden Verbindungen in die Künstlerszene.“ (http://www.kunst-und-kultur.de/index.php?Action=showMuseumExhibition&aId=15814)

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Vor dem Vergnügungspalast. Ausschnitt aus der Postkarte der Kunstanstalt Ludwig Meister, Köln.

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Restaurant „Ober-Bayern“ (später wohl „Zillertal“?) mit aufgemalter Gebirgslandschaft im Vergnügungspalast Groß-Cöln.

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Logo des Groß-Cöln-Vergnügungspalasts.

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Decke im Varieté-Saal (Oben), „Ober-Bayern“ (Mitte), Hintere Wand im Varieté-Saal (Unten)

1931 übernehmen die Blatzheim-Betriebe „Groß Köln“.

Ludwig Blatzheim (1877 – 1961): „Der einer seit dem Mittelalter in Köln ansässigen Familie entstammende B. war nach dem Abitur in verschiedenen Branchen als selbständiger Unternehmer und seit 1922 im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig. 1927 gründete er zusammen mit seinem Sohn Hans Herbert B. die aus 18 Einzelbetrieben bestehenden Blatzheim-Betriebe, die sich zum drittgrößten Gastronomieunternehmen in Deutschland entwickelten.“ (Deutsche Biographische Enzyklopädie, 2011, S. 702)

„Über das Ende des >Groß-Köln< gibt es keine eindeutigen Informationen. Noch 1941/42 war die Unterhaltungsstätte in Greven’s Adressbuch eingetragen, jedoch sollen die Räumlichkeiten bereits Ende 1939, Anfang 1940 vom Militär beschlagnahmt und als Getreidelager verwendet worden sein. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.“ (Jürgen Müller: Willkommen, Bienvenue, Welcome – Politische Revue – Kabarett – Varieté in Köln 1928 – 1938, S. 309/310)