Ein Kriminalroman

Im August 1916 verschwinden in einer bergischeen Gemeinde mehrere Kinder. Alles erinnert an einen Fall aus dem Jahr 1880, als im Nachbarort ebenfalls Kinder verschwanden. Schon damals ermittelte Franz Behrens.

Das Ermittlerteam 1916:

Franz Behrens, Kriminalpolizeirat, 65 Jahre alt.
Jakob Hünighusen, Fotograf, 55 Jahre.
Robert Kafker, Kriminal-Kommissar, 32 Jahre.
August Nell, Hilfspolizist, 27 Jahre alt.

Handlungsort: Rheinland, insbesondere Köln und Lindlar (Bergisches Land).

Liebe Leserin, lieber Leser,

obiges ist das Grundgerüst meines Kriminalromans. Ich schreibe noch an der Geschichte. Auf meiner Webseite tauchen aber immer wieder halbfertige Texte auf.

Des Weiteren finden Sie auf meiner Webseite Fotografien sowie Zeitungs- bzw. Zeitschriftenausschnitte aus dem Zeitraum 1870 bis 1930. Dies ist auch der Zeitraum in der meine Geschichte spielt. Schauen Sie sich gründlich in meiner Collection um.

Günter Sahler im Juli 2019


Hier erleben Sie eine erste Version vom ersten Zusammentreffen von Franz Behrens und Peter Hünighusen und dessen Sohn Jakob im Schankraum einer bergischen Kneipe.

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1880, Bergisches Land

„Und nun sind sie in Köln Polizei-Kommissar?“
„Seit Kurzem. Und Sie haben noch ihr Fotoatelier?“
„Ja, in der Minoritenstraße … wir sind nun für ein paar Tage hier bei Verwandtschaft zu Besuch und wollen hier im Ort ein paar Fotos machen.“
„Wovon? Gibt es hier irgendetwas zu sehen.“ Behrens flüstert, lächelt. „Sind wir hier nicht am Ende der Welt?“
„Das ist Ihre Kölner Sicht, Herr Kommissar. Gewiss es gibt weder den Rhein noch den Dom und ein Tourist wird sich wohl auch nicht hier hin verirren …“
„Aber?“
„Naja, es gibt beispielsweise den meisten Regen im ganzen Rheinland.“
„Kolossal. Den meisten Regen im ganzen Rheinland. Wirklich erstaunlich, gewiss …“
„Setzen Sie sich doch zu uns! Jakob, hol dem Herrn Kommissar  noch einen Stuhl!“
„Für ein paar Minuten.“ Jakob brachte den Stuhl. „Sagen Sie lieber Herr Hünighusen, wäre es möglich, dass Sie mich zur Mühle begleiten und ein paar Fotografien für mich machen.“
„Aber natürlich, mit größter Freude. Vielleicht könnten sich der Mühlenpächter und seine Frau noch dazu stellen. Was meinen Sie?“
„Das schauen wir dort. Sie würden mir die Bilder in die Glockengasse schicken?“
„Jakob wird sie Ihnen ins Polizeipräsidium bringen. Ist ja bei uns ums Eck. Aber meinen Sie, die Bilder könnten Ihnen helfen?“
„Wer weiß.“ Behrens holte Zigaretten aus der Tasche. „Auch eine Zigarette? Sind aus Spanien. Der Tabakhändler Feinhals in der Hohe Straße besorgt sie mir.“
„Nein, danke. Ich vertrag den Tabak nicht mehr.“ Behrens hielt Jakob die Zigaretten hin, der schüttelte aber dankend mit dem Kopf. Vom Nachbartisch holte sich Behrens ein Tunkfeuerzeug und zündete sich die Zigarette an.
„Ich mag die Dinger nicht.“ Behrens stellte das Feuerzeug auf den Tisch. „Immer das Gespritze mit der Schwefelsäure. Meine Streichhölzer habe ich leider verlegt. Sie haben nicht zufällig welche?“
„Leider nein, Herr Kommissar.“
„Sie haben hier was gegessen?“
„Ja, Apfelkompott. Sollten Sie auch probieren. Etwas ganz Besonders.“
„Sie meinen, dass wäre neben dem vielen Regen eine weitere Attraktion?“
„Unbedingt. Nur zu empfehlen.“
„Vielleicht Morgen, ich bliebe über Nacht.“
„Wir auch, nicht wahr, Jakob? Was denken Sie über die Sache hier, ich mein die verschwundenen Kinder?“
„Ich denke, die Kinder werden in den nächsten Tagen wieder auftauchen.“
„Das wollen wir alle hoffen.“ Hünighusen lächelte. Er beugte sich zu Behrens rüber und sah ihn scharf an. „Aber hätte man es dann nicht den Gendarmen überlassen können? Musste deshalb ein hoher Polizeibeamter Preußens kommen? Der Weg hierhin ist nicht einfach. Sie haben sich nun fünf Stunden den Hintern in einer Kutsche müde gesessen – wenn ich das so sagen darf.“
Behrens schnaufte. „Ich darf Ihnen dazu eigentlich nichts sagen“, sagte er schließlich. „Nur so viel: Es gibt bereits ähnliche Fälle.“
„Und?“
„Eben nichts. Kein ‚Und‘. Keine Spur. Einfach gar nichts.“

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