Bergische Atelierfotografie

Bergisch Gladbach

Fotoatelier Horsmann

Mann im Fotoatelier Horsmann, Bergisch Gladbach (Format: 50 x 120 mm).

Rückseite des obigen Fotos. Das Firmenlogo von Horsmann ist mit diesen Papieraufkleber überdeckt. Im Jahre 1904 war A. Röhl & Co. ein Kunstinstitut, Osterlingerstr. 5, Bremen. Das Feld „abgeben an“ ist frei. Aufgrund von Vergleichsbildern mit „Röhl-Aufklebern“ hat die No. nichts mit dem Jahr zu tun, wie man hier vermuten könnte.

Mann im Fotoatelier Horsmann, Bergisch Gladbach (Format: 65 x 105 mm).

Auf verschiedenen Fotos von Horsmann steht unten in kleiner Schrift: „Dr. Höhn & Co., Düsseldorf“. Diese Firma wurde von Dr. phil. Emil Höhn im Jahr 1887 gegründet. „Ursprünglich wurde die Fabrikation von chemischen Produkten und insbesondere Photolacken betrieben und dann eine Fachhandlung photographischer Artikel angegliedert.“ (Nachrichtenblatt für das Photographenhandwerk, 44/1937)

Fotoatelier Warkus

Frau im Atelier von Herm. Warkus, Bergisch Gladbach (Format: 65 x 105 mm).

Frau im Atelier von Herm. Warkus, Bergisch Gladbach (Format: 60 x 115 mm).

Warkus war noch in den 1950er Jahren in der Poststraße.

Fotoatelier Franken

Das Atelier von Caspar Franken ist heute in Bergisch Gladbach nahezu vergessen. Caspar Franken wurde 1863 in Ehrenfeld (Köln) geboren und starb 1930 in Eupen (siehe [1]). Franken hatte sein Atelier (ab 1879/1883) eigentlich in Eupen. Dort betrieb die Familie über mehrere Generationen ein Fotogeschäft. Zuletzt wurde das Geschäft von Fotograf George Dyba betrieben (siehe [2], [3]).

Kinder im Atelier von Caspar Franken, Wilhelmstraße, Bergisch Gladbach (Format: 109 x 167 mm).

Caspar Franken hatte sein Atelier in Eupen. Zeitweilig betrieb er eine Zweigstelle in Bergisch Glachbach. Diese Zweigstelle wurde meistens nur auf den Rückseiten der Fotos erwähnt. Bei diesem Foto steht Gladbach auf der Vorderseite.

Rückseite des obigen Fotos.

Gummersbach

Fotoatelier Phillip Dürr

In Gummersbach betrieb Phillip Dürr ein „Atelier für Photographie und Malerei“ in der Kaiserstraße 41. Er war auch als Erfinder tätig. 1915 erhielt er ein Deutsches Reichs-Patent für „Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von photographischen Schichtträgern ohne Dunkelkammer, wobei der Schichtträger in der Kassette entwickelt wird. Philipp Dürr, Gummersbach, Rhld. (D. R. P. 302943 vom 7. Dezember 1915.“ (Chemiker Zeitung, 1918) Das Haus (mit Jugendstilfassade) in dem sich sein Fotoatelier in der Kaiserstraße befand wurde 2011 abgerissen (siehe hier [1]). Dürr hatte in Gummersbach-Dieringhausen ein weiteres Atelier.

Von den folgenden drei Fotos wurde mit Sicherheit das untere bei Dürr gemacht. Die Fotos gehören zusammen, auf allen drei Fotos ist eine junge Frau zu sehen. Die Fotos wurde nicht aufgeklebt, sondern befinden sich auf Karton im Postkartenformat.

Gummersbacher Familie (die Frau hintere Reihe links ist die selbe wie auf den beiden folgenden Fotos. Atelier Dürr? Format: 135 x 85 mm).

Gummersbacherin (wie im obigen Familiefoto. Der Raum ist der selbe wie beim Familienfoto. Atelier Dürr? Format: 85 x 135 mm).

Frau (dieselbe wie oben) im Atelier Phillip Dürr, Kaiserstraße, Gummersbach (Format: 85 x 135 mm).

Stempel auf der Rückseite des obigen Bildes.

Fotoatelier Wilhelm Everhan

Ebenfalls in Gummersbach war Wilhelm Everhan als Fotograf tätig. Er hatte sein Atelier in der Karlstraße 2 (später Nr. 5 vgl. Stempel unten). Über einen Besuch 1895 berichtete eine Frau 60 Jahre später: „Beim Fotografen Everhan in der Karlstraße wurde Halt gemacht, um eine Erinnerungan diese einzigartige Wagenfahrt im Bild festhalten zu lassen. Herr Everhan baute auf einem Stativ einen großen Fotokasten auf, bedeckt mit einem großen schwarzen Tuch, unter dem er dann zeitweilig verschwand, um eine Klappe hochzuziehen. Immer wieder Verbesserungen an unserer Haltung treffend, war er endlich bereit, die Kapsel von der Linse zu ziehen. ‚Danke schön, meine Herrschaften, das Bild ist gemacht.‘ “ (Festschrift 1995)

Stempel von W. Everhan.

Wermelskirchen/Burscheid

Fotoatelier G. Schneppendahl

Frau im Atelier von G. Schneppendahl, Wermelskirchen & Burscheid (Format: 65 x 105 mm).

Rückseite der obigen Fotografie.

Solingen/Burscheid

Fotoatelier Fritz Flaake

Frau in einem der Ateliers von Fritz Flaake, Solingen & Burscheid (Format: 62 x 100 mm).

Wipperfürth

Fotoatelier Theodor Meuwsen

Der Buchbinder Theodor Meuwsen eröffnete sein Atelier 1869 in der Unteren Straße in Wipperfürth. 1900 übergab er sein Atelier an Emil Hardt.

Fotoatelier Emil Hardt

Emil Hardt übernahm das Atelier von Theodor Meuwsen im Jahr 1900. Er starb 1945. Die Familie führte das Geschäft bis in die 1960er Jahre fort.

Mötzenbestol und Carnevalsgeister

Bereits im 19. Jahrhundert gab es den sogenannte „Geisterzug“ am Karnevalssamstag. Vor 1860 wohl als spontane Veranstaltung, dann als fester Bestandteile im Kölner Straßenkarneval.

„Die Wagen sind durch Lampions und Kugeln erleuchtet und einzelne Geister so ausgereckt, daß sie bis zum zweiten Stockwerke der Häuser reichen.“ (aus Zeitungsbericht von 1883) Diese obige Postkarte wurde in Köln am 14. Februar 1899 abgeschickt. Vertrieben wurde die Karte über den Verlag von Hugo Scheurmann, Herzogstraße 6, Köln. Hier ist es der „Gruss vom Kölner Carneval“ und es sind die „Kölner Carnevalsgeister.“
Diese Postkarte wurde in Mannheim am 11. Februar 1898 abgeschickt. Vertrieben wurde die Karte über A. Herzberger in Mannheim (auuserdem ist auf der Karte der Aufdruck „Fingerle & Freudenberg, Rheydt“, vgl. „W.G. Fingerle, Rheydt Cigarrentinge, Cigarrenpackungen, Tabackspackungen, Cigarettenpackungen, Lithpgraphie-Kunstdruck“[1]). Hier ist es der „Gruss vom Carneval“ und es sind die „Carnevalsgeister.“ Bei näherer Betrachtung sieht man, dass an zwei Stellen das Wort „Kölner“ wegretuschiert wurde, der Kölner Dom blieb allerdings.

Geister oder Gespenster waren schon früh im Karneval üblich, wie das folgende Zitat zeigt. In dem Artikel geht es zwar um den Kölner Karneval, ob das Zitat sich auch darauf bezieht ist nicht überliefert (die Bezeichnung „Larve“ bezeichnet in der schwäbisch-alemannische Fastnacht, also in Süddeutschland, die Holzmasken).„‚Die Christen‘, lautet ein Klagebrief aus dem sechszehnten Jahrhundert, ‚rasen an diesen Tagen, binden Larven [= Masken, Larve lat. „Gespenst“] vor; Männer gehen in Frauentracht, Weiber in Männerkleidung; sie vermummen sich in Gespenster und böse Geister, sie laufen als Teufel über die Straßen, necken die Vorübergehenden mit Mehl und Aschsäcken und ergeben sich dem Trunke und allen muthwilligen Ausgelassenheiten.’“ (L. Ennen „Der Kölner Karneval“ in: Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte, 1873)

Aschensack: „1) ehemals der mit Asche gefüllte Sack für den Büßenden. 2) der Sack, in welchen man die Asche thut, um Wasser darüber zu gießen, und dadurch Lauge zu erhalten.“ (Vollständigstes Wörterbuch der deutschen Sprache, 1853) zu 1) könnte uns inhaltlich auch zum Aschermittwoch führen, aber dazu später. Zu 2) vgl. Aschenlauge als Waschmittel.

Im Zitat ging es aber darum die Vorübergehenden mit dem staubenden Aschesack zu necken.

Wie der folgende Auszug aus einem Zeitungsbericht zeigt, gehörte geisterhaftes Treiben bereits 1858 zum Programm.

„Schon am Samstag wird die Bevölkerung Kölns durch zahlreiche von allen Seiten eintreffende Fremde einen mächtigen Zuwachs erhalten und reges Leben sich in den Straßen entfalten. Sobald dann abendliches Dunkel sich über die Stadt verbreitet, wird sich eine wunderbare, geisterhafte Schaar aus längst vergangenen Zeiten auf dem Heumarkte zusammenfinden und, gleich den Mekkafahrern in Freiliggrath’s >Gesicht des Reisenden<, schier gespenstisch vor den Blicken der Zuschauer vorüberziehen. ‚Wie alles dieses gemacht,‘ so heißt es im Programm, ‚das sind nicht deine Sorgen. Geh‘ nun ruhig zu Bett, und schlafe bis morgen.’“ (Wiener Vorstadt-Zeitung, 12. Februar 1858)

Der Autor hatte dieses Bild aus dem Gedicht von Ferdinand Freiligrath (1810 – 1876) vor Augen:

„Da auf einmal bebt die Erde; auf den Mondschein folgen trüber
Dämmrung Schatten: Wüstentiere jagen aufgeschreckt vorüber.
Schnaubend bäumen sich die Pferde; unser Führer greift zur Fahne;
Sie entsinkt ihm, und er murmelt: Herr, die Geisterkarawane! –
Ja, sie kommt! Vor den Kamelen schweben die gespenst’schen Treiber,
Üppig in den hohen Sätteln lehnen schleierlose Weiber;
Neben ihnen wandeln Mädchen, Krüge tragend wie Rebekka
Einst am Brunnen; Reiter folgen – sausend sprengen sie nach Mekka.“
(Auszug aus „Gesicht des Reisenden“ von Ferdinand Freiligrath, siehe [(1)], vor 1845 geschrieben) 

Zum „Geisterzug“ schrieb Wilhelm Walter in seinem Buch „Der Carneval in Köln von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1873“ (1873):

„Bevor ich über den diesjährigen Festzug das zu wissen Nöthige mitteile, will ich der sogenannten Geisterzüge gedenken, die an den Samstagen vor Fastnacht während der ‚dunkeln Stunden‘ erscheinen und ‚viel Volk‘ mobil machen. Auf mit Fackeln und bunten Lampions reich versehenen Wagen sieht man Gestalten in den seltsamsten Costumes und, in so fern sie hervorragende Geister repräsentieren, in weißen, antik geformten Verhüllungen. Um jedes mögliche Entsetzten zu verhüten, spielen mitfahrende Musikcorps heitere Weisen und hiermit abwechselnd singen einige der renommirtesten Geister Lieder in Kölner Mundart, welche sie mit verschiedenen equilibristischen Kunststücken zu begleiten pflegen.“

Die Leute könnten Lieder von Joseph Roesberg (1824 – 1871; er betrieb von 1845 bis 1863 in der Minoritenstraße die von der Mutter geerbte Weinwirtschaft „Em Hahnen“/“Zum Hahnen“, vgl. Renate Matthaei „Der kölsche Jeck“, 2009), wie „Schmitze-Nettchen“, „Schnüssen-Tring“, „Pitterche, dat Mutter-Sönche“, „Wat eß de schönste Kirmeß dann?“ oder „Der Carousselchen-Mann“ gesungen haben. So könnten sie das Lied der Schnüsse-Tring, der Katharina aus Ossendorf (1888 nach Köln eingemeindet), singen:

„Schnüsse-Tring dun ich mich schrieve / Ben vun Ohsendörp zo Hus / Weil ming Möhn su vill dät kieve, / Leef ich ahn dem Dörp erus. / Drei Johr deenten ich zu Kölle, / Hatt derwiel vor drückzehn Stelle / Seht, wie ich mich do bedrog: ‚Treu un fleissig‘ steiht em Boch.“ [(1)].

Die Kölner verstanden den Text. Die Besucher werden nicht viel verstanden haben (daher habe ich mich um die Übersetzung auch nicht gekümmert, es soll halt die richtige Stimmung aufkommen).

Zu den Liedern kommen die „kölsche Krätzcher“, die August Hoursch so beschreibt: Kölsche Krätzcher sind „“etwas Köstliches zum Lachen‘, — aber nicht nur dies, sie sind zugleich ein besonderes Charakteristikum des eigenartigen kölnischen Volkslebens. Sie spiegeln in schönster Weise des alten Kölners urhaften Trieb, in allem und jedem das Humorvolle zu sehen; seine Harmlosigkeit, Gutmütigkeit und seine Neigung zu derbem, aber nicht verletzendem Spott.“ (Hoursch, August: „Kölsche Krätzcher. Gesammelt und teilweise wiedererzählt“, 1925. Die Sammlungen erschienen ab 1908)

Stürzen wir uns nun rein ins Gewühl.

„In den engen Straßen wogte eine so große Menschenmenge auf und ab, daß es einige Mühe kostete, sich hindurchzuarbeiten. Jetzt sah man nur selten eine Person, die nicht in irgend einer Verkleidung steckte. Die männlichen Masken waren meist ohne Larve, die weiblichen jedoch alle mit einer schwarzen Halbmaske oder sogenannten venetianischen [sic!] Augen versehen. […] Die jungen Leute hatten, sich gegenseitig an den Händen haltend, eine lebendige Kette gebildet und zogen Jeden oder Jede, die ihnen ins Gehege kam nolens, volens [= wohl oder übel] mit sich fort. Vor einem glänzend erleuchteten Putzwaarenladen wurde Halt gemacht, und nach kurzer Beratung stürmte der ganze Haufen hinein, wahrscheinlich, um den armen Putzmacherinnen, die keinen Ausgangs-Urlaub hatten, auch ein kleines Karnevalsvergnügen zu gewähren. […] Auch Manchen, der sonst viel Spaß versteht, hätte die übermüthige Schaar, die nun, wie Feinde im eroberten Lande, hinter den Ladentischen wirthschaftete, um seine gute Laune gebracht. Nicht so den Kölner Kaufmann, der bald den Schauplatz des Tumultes erschien. Er bat mit lauter Stimme alle in seinen Salon und bewirthete dort die ungebetenen Gäste mit reichlich Wein und Kuchen. Noch mehr. Er ließ aus einem nahe gelegenen Concertlokale ein paar Musikanten holen und gab so einen Impromptu-Maskenball, bei welchem ihm keine Person bekannt, geschweige denn vorgestellt war.“ („Ein Carneval zu Köln“, Warschauer Zeitung, 1860)

Dieser Holzstich von 1861 trägt den Titel „Gespensterzug aus dem Carneval zu Cöln“. Zeichner A[ugust]. Beck. Er war „Schlachtenmaler“ und arbeitete auch für die „Illustrierte Zeitung“. Dort erschien der Holzstich in der Ausgabe vom 23. Februar 1861 auf der Seite 124. Bericht zum Kölner Karneval ab Seite 123 in der Ausgabe 921 vom 23. Februar 1861. Die Signatur von August Beck ist in der rechten unteren Ecke zu sehen. Zum Schlachtenmaler August Beck ([1]): https://de.wikipedia.org/wiki/August_Beck_(Maler). Quelle: digitalisierten Version der Bayerischen Staatsbibliothek) Das Bild ist z.B. auch in Schmidt/Leifeld: „Der Kölner Rosenmontagszug 1823 – 1948“, 2007, S. 122.
In Mittelpunkt von Becks Zeichnung steht diese Figur: Eine düster schauende Person auf einem Pferd. Ausschnitt aus dem Holzstich von 1861 mit dem Titel „Gespensterzug aus dem Carneval zu Cöln“. Zeichner A. Beck. Quelle: „Illustrierte Zeitung“, 23. Februar 1861, S. 124.

Für 1868 heißt es „kein Zug wegen Unwetter“ ([1]). 1868: Rosenmontag war der 24. Februar

„Die Gesellschaft hat indeß großes Pech gehabt, denn seit circa 25 Jahren war in den Carnevalstagen das Wetter nicht so ungünstig, wie seit Samstag: der Geisterzug von vorgestern die gestrige Kappenfahrt und der Rosenmontagszug sind förmlich im Wasser untergegangen.“ (aus: Didaskalia, 1868)

Die Kappenfahrt ist heute in Vergessenheit geraten, daher ein paar Worte dazu: “ … am Fastnachtssonntag findet gewöhnlich die sogenannte Kappenfahrt statt, eine heitere, maskirte und unmaskirte Fahrt, an welcher alle Käppler entweder zu Pferde, oder im Wagen theil nehmen. Um nämlich das Sprichwort wahr zu machen: ‚Gleiche Brüder, gleiche Kappen,‘ wird am ganzen Rhein Niemandem der Zutritt zu den Versammlungen der närrischen Carnevalsgesellschaften gestattet, der nicht auf dem Kopfe eine Narrenkappe trägt, welche in Köln alljährlich eine andere Form annimmt, aber immer die Stadtfarben ‚Roth‘ und ‚Weiß‘, und die Narrenfarben ‚Gelb‘ und ‚Grün‘ zeigt.“ (Das festliche Jahr. In Sitten, Gebräuchen, und Festen der Germanischen Völker, 1863)

Über den Kölner Karneval im Jahr 1873 wird ausführlich in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften berichtet.

1873: Karnevalssamstag war der 22. Februar, Rosenmontag der 24. Februar

Zum Karnevals-Motto 1873 heißt es „Die Jubelfeier der Reform von 1823 (Schnee behindert den Zug)“ [(2)].

„Der sogenannte Geisterzug, der am Samstag Abend das Fest eröffnete und ebenfalls bei Schneegestöber und eisig kalter Luft einherzog, war unbedeutender, wie in früheren Jahren.“ (aus: Fürther Tagblatt, 1873)

„Daran schließt sich am Samstag Abend ein Fackelzug, der auch der >Geisterzug< genannt wird. Und nun der Karneval eröffnet. Die Tage vor Karneval ließen sich heuer vortrefflich an. Der Barometer stand so hoch wie möglich. Gäbe es in dieser Jahreszeit Laubfrösche, sie hätten sicher auf der höchsten Stufe ihrer Leiter gesessen. Am Sonntag fiel die Quecksilbersäule aber in höchst bedenklicher Weise. Dennoch verlief der Sonntag ganz gemüthlich.“ (aus: Über Land und Meer: allgemeine illustrirte Zeitung, 1873)

„Zauberer“ und „Hexe“ mit Besen (Rutenbesen) im Tanz. Ausschnitt aus dem Holzstich von 1861 mit dem Titel „Gespensterzug aus dem Carneval zu Cöln“. Zeichner A. Beck. Quelle: „Illustrierte Zeitung“, 23. Februar 1861, S. 124.

Zum Wetter: Barometer hoch = steigt das Barometer, ist schönes Wetter in Aussicht; Laubfrosch auf der höchsten Stufe = früher glaubte man, Laubfrösche könnten das Wetter vorhersagen, man hielt sie daher in Gläsern. Saß der Frosch oben auf der Leiter im Glas, sollte es gutes Wetter geben. Sinkt die Quecksilbersäule des Barometers, es steht tief, wird das Wetter schlecht.

22. Februar 1873

„Die Züge sind schon stark besetzt, weil man des eben stattfindenden Fackel- und Geisterzuges, des ersten Umzuges, nicht verlustig werden will. Dieser Zug, in welchem alle Erd-, Luft-, Feuer- und Wassergeister in den möglichst phantastischen und bizarren Kostümen ihre Vertretung fanden, war lang und prachtvoll wie immer. Daß beinahe alle Nationen des Erdballes sich hier ein Stelldichein gegeben hatten, wurde man nicht allein an der Kleidung, sondern auch an der Sprache gewahr. Allerorten, wo der Zug vorbeifuhr, leuchteten bengalische Flammen auf, was den ohnehin schon mit den verschiedensten Lampignons reich ausgestatteten Zug in das vorteilhafteste Licht versetzte und einen feenhaften Anblick gewährte. Nach der Beendigung des Zuges begann das Karnevalstreiben in den Gasthöfen, Restaurationen und öffentlichen Wirtschaften und währte bis zum Morgen, als ob kein Mensch der Welt jemals den unfruchtbaren Gedanken gehabt hätte, das Gespenst der Polizeistunde zu erfinden.“ (aus: Der Sammler, Beilage zur Augsburger Abendzeitung vom 27. Feb. 1873)

Links sieht man eine Person mit einem Kontrabass, wohl als Teil einer Musikkapelle. Mehrere Personen mit Laternen und Fackeln. Ausschnitt aus dem Holzstich von 1861 mit dem Titel „Gespensterzug aus dem Carneval zu Cöln“. Zeichner A. Beck. Quelle: „Illustrierte Zeitung“, 23. Februar 1861, S. 124.

Weiteres über den Geisterzug erfährt man aus den Jahren 1875, 1883 und 1885.

1875: Rosenmontag war der 8. Februar

„Altweiberfastnacht heißt der Donnerstag vorher; über Tag werfen sich die Gemüsehändlerinnen mit Kohlköpfen und Abends geht ein spukhafter Geisterzug mit Fackeln durch die Straßen. Die Bewohner der Stadt rüsten sich mit einem langen Vorschlaf zur bevorstehenden unvermeidlichen Nachtwache, denn wer die drei folgenden Nächte vor 3 Uhr sein Lager aufsucht, muß krank seyn, wenn er ein echter Kölner ist.“ (aus: Der Sammler, 1875)

Gespenster auf einem mit Lampions beleuchteten Wagen. Selbst auf dem Baldachin liegen mehrere Personen. Ausschnitt aus dem Holzstich von 1861 mit dem Titel „Gespensterzug aus dem Carneval zu Cöln“. Zeichner A. Beck. Quelle: „Illustrierte Zeitung“, 23. Februar 1861, S. 124.

Auf das Bewerfen mit Gemüse und das Stehlen der Kappen („Mötzen“) geht es nun genauer. Das Mötzenbestol kann man sich so erklären: In der christlichen Tradition verhüllte die Frau während des Gottesdienstes ihr Haar. Über viele Jahrhunderte erkannte man die verheiratete Frau daran, dass sie eine Haube (Kappe, „Kapp“, Mütze, „Mötz“) trug. Die verheirateten Frauen trugen eine Haube, sie waren quasi „unter der Haube“, ohne die Haube (Mützen vom Kopf reißen/stehlen = „Mötze bestol“ = vmtl. von „bestolle“ = bestehlen) waren sie an Weiberfastnacht frei.

„… besonders in den reichern Handelsstädten wurde die Fastnacht auf’s feierlichste und fröhlichste begangen, und jede Stadt, jedes Dorf hatte dabei etwas Eigenthümliches: so auch Cöln. Schon am Donnerstage vor den eigentlichen drei tollen Tagen, Weiberfastnacht genannt, (Cölnisch Mötzenbestohl, oder Mötzenbestoht … “ (Ernst WeydenCöln’s Vorzeit„, 1826)

„Die Weiberfastnacht hat noch bis vor wenigen Jahren bestanden, als ein wildwüstes Treiben unter den Marktweibern am Donnerstag Mittag. Um 12 Uhr mittags wurde in alten Zeiten von der Laube des Rathhauses am Alten Markt die Faschingsfreiheit verkündet; später blos Musik gemacht, und auf dieses Zeichen begann sofort ein toller Unfug auf dem Markte, wo die Marktweiber und ein unendliches Gewühl von Jungen und Leuten aus dem Volke sich bereits am Morgen vorher in die nötige Stimmung versetzt hatten. Ein Hauptwitz der Weiber bestand darin, sich gegenseitig die Hauben abzureißen [Anmerkung: = „Mötzenbestohl“], und das übrige Publikum belustigte sich damit, was noch von Marktständen da war, umzureißen, und Körbe und was von Gemüsen und dergleichen noch vorhanden, in die Luft zu schleudern, sodaß dieser Plunder beständig auf die Köpfe der dichten Massen herunterfiel, um sofort wieder empor geschleudert zu werden. Aus den Häusern half man wol auch dazu und warf allerlei Plunder hinab auf das Gewühl. Diesem allerdings wüsten Jubel hat seit mehren Jahren die Polizei ein Ende gemacht.“ (Illustrirte Zeitung, 1862)

“ … in Köln ‚Mötzenbestohltag‘ oder ‚Mötzenbestohld‘, weil sich die Gemüseweiber ehedem an diesem Tag, nach dem Markte, mit den Resten der Gemüse warfen und sich nicht selten die Mützen von den Köpfen rissen.“ (Illustrirte Zeitung, 1864)

„Von allen Seiten strömen die Fremden in die Stadt. Ein lustiges Intermezzo bildet namentlich der Donnerstag, der bei uns die ‚Weiberfastnacht‘ genannt wird. Da gibt es dann auf dem ‚Altenmarkt‘ ein seltsames Schauspiel, welches von den Gemüsefrauen aufgeführt wird, die sich gegenseitig die Mützen vom Kopfe reißen und mit anmuthigen Dialogen traktiren, während zugleich Kohlköpfe, gelbe Rüben, Sellerie und andere Küchenkräuter durch die Lüfte fliegen …“ (Über Land und Meer, 1873)

„Der Altenmarkt, auf den der hoch am Rathausturm angebrachte, bei jedem Glockenschlage den Mund öffnende Kopf des „Gabbert“ herabsieht, war früher der Hauptschauplatz, wo die Bauerdirnen und Frauen ihre Fastnacht feierten. Jm tollsten Hnmor sprangen sie mit aufgeschürzten Röcken zwischen ihren Gemüsehausen und Körben nmher, führten Rundtänze auf, wobei sie alte lustige Lieder sangen, und rissen sich jubelnd und kreischend unter dem Ausrufe „Mötzenbestol‘ die Mützen von den Köpfen.“ (August Sach „Deutsche Heimat“, 1902, vgl. auch „Über Land und Meer„, 1883)

„Am tollsten war dieses Treiben unter den Gemüsefrauen und den Verkäuferinnen auf dem Altermarkt. Unter den Kölner Markfrauen ging es wild zu an diesem Tag. Nicht nur die Hauben flogen durch die Luft, auch Schneebälle und Kohlköpfe dienten als Wurfmaterial.“ (Hildegard Brog „Was auch passiert: D’r Zoch kütt!“, 2000)

„In Männerkleidung und mit einem ‚Kohlblatt auf dem Kopfe‘ gekleidet, haben die Marktfrauen zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Weiberfastnacht auf dem Alter Markt ‚ausgiebig Bier und Korn‘ getrunken und sich dabei ‚das restliche Obst und Gemüse mit Freude und Ekstase um die Ohren‘ geworfen und ihrem Ruf ‚recht trinkfest‘ zu sein alle Ehre gemacht (vgl. Katzmarzik/Palm 2001, 33).“ (Helene KlauserKölner Karneval zwischen Uniform und Lebensform“, 2007)

 1883: Rosenmontag war 5. Februar

„Der Umzug geschieht dann jedesmal unter Musik- und Fackelbegleitung am Abend, wodurch die Veranlassung zu den sogenannten Geisterzügen gegeben wurde, wobei die Mitglieder zu Wagen, Roß und Fuß im weißen Leinwandanzuge als Gespenster geordnet im tollen Jubel umherzogen. Die Wagen sind durch Lampions und Kugeln erleuchtet und einzelne Geister so ausgereckt, daß sie bis zum zweiten Stockwerke der Häuser reichen. Alle Fenster sind erhellt und mit Zuschauern übervoll besetzt, auf den Straßen aber drängt sich eine Menschenmasse, daß oft der ganze Zug stockt. Dieß Alles macht einen Eindruck, so daß sich von dem tollen Schauspiele fortgeriffen fühlt. Solche sind mehrmals am Abend vor dem Fastnachtssonntag besonders veranstaltet.“ (aus: Über Land und Meer, 1883)

1885: Rosenmontag der 16. Februar

„Der sogenannte Geisterzug, der bei Fackel- und Lampenbeleuchtung schon am Abend vorher stattgefunden hatte, sowie die großartige Kappenfahrt am Rosenmontag Nachmittag, bei welcher der Schlachtenruf: „Ohne Mädche geiht es nit!“ zur vollsten Geltung bei Jung und Alt, Vornehm und Gering kam, waren vom schönsten Wetter begünstigt.“ (aus: Lustige fahrten des grafen von und zu Dattenberg, 1885)


Die Karnevalszeit wird von Ostern aus gerechnet. Sie endet am Aschermittwoch, dann folgt die Fastenzeit, die am Gründonnerstag vor Ostern endet.

Ostern (Sonntag), 13. April 1873

Aschermittwoch, 26. Februar 1873

Stimmts es?

Den 24. Februar 1873. Fastnachtsmontag keine Zusammenkunft.“ (aus: Augsburger Zeitung)

„Gleich der erste Zug am 24. Februar 1873 geriet nach elfjähriger Unterbrechung trotz dicht hernieder fallenden Schnees zu einem großen Erfolg.“ (aus: http://www.karneval-in-bonn.de)

Aschermittwoch

„Heute ist die Aschermittwoche da, o lebendige Asche, streue Dir todte Asche auf das Haupt! Asche! Asche! Asche!

Nehmt die Asche aus Euren ausgebrannten Herzen, nehmt die Asche aus Euren. ausgebrannten Leidenschaften, nehmt die Asche aus den Brandstätten des Parteigeistes und streut sie Euch aufs Haupt!“ ( Moritz Gottlieb Saphir „Ausgewählte Schriften“, 1874)

Der Prister spricht bevor er dem Christen die Stirn einäschert: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst!“ ([1])

Kaffeehaus-Schnellfotografie

Foto im Café Belvedere, Hamburg

Zwei Herren im Cafè Belvedere am 14.12.1912 (Photographie Jaensch, Hamburg-Winterhude, Hudtwalkerstraße 29).

Café / Restaurant in Hamburg

(Express-Schnell-Photographie von Alexander Attin, Hamburg, Centrale Kaufmannshaus).

Rathaus Café, Hamburg

„Gruss aus dem Rathaus Café“ (Hans Schmidt, Photograph. Werkstätte, Hamburg 5, Kirchenweg 12)

Stempel auf der Seite der Karte.

Fotos in Urbans Burghof, Hohe Straße 38, Köln

 

Urbans Burghof, Köln am Rhein

Nord- und Osthalle mit Durchblick in den Palmengarten. Ein Bild aus den 1920er Jahren. (Rhei.Pho-Kin M. Dick, Köln). Der Palmengarten wurde früher, zu Zeiten der Pschorrbräu Bierhallen, Kneip-Hof genannt (?).

Pschorrbräu Bierhallen in Köln, um 1909.

Urbans Burghof (Hohestr. 38/Burghöfchen) war ein Unterhaltungshaus, welches schon 1900 als Restaurant im Kölner Adressbuch eingetragen war. Hier gab es auch volkstümliches Theater. Unter der Adresse waren zuvor die Pschorrbräu Bierhallen, zu denen ich hier sammele.
Der Familie gehörte die „Römer-Kellerei Jakob Urban“ (gegründet 1894 von Peter Urban, Vater von Jakob Urban), das Hotel „Ewige Lampe“ neben St. Andreas und nach dem Krieg auch ein Lokal auf den Kölner Ringen (vgl. Urbans Gaststätte am Ring).

„>Der Burghof<, Hohe Straße 38, war ein traditionelles Unterhaltungshaus, bereits 1900 war es als Restaurant im Kölner Adressbuch eingetragen. Obwohl weiter als Restaurant geführt, wurden im >Burghof< auch Konzerte aller Art geboten: So traten beispielsweise eine Rheinische Winzerkapelle auf, spielten Militärkapellen oder wurden Konzerte mit Tanzmöglichkeiten geboten. Als weitere Attraktion traten 1931/32 Chöre wie die russischen Terek-Kosaken (Juni 1931) auf; bei kostenlosem Eintritt wurden auch Varieté und Bierkabarett geboten. Der >Burghof< stand insgesamt nicht für eine bestimmte Unterhaltungsgattung.
Im Sommer 1933 übernahm der Blatzheim-Konzern den >Burghof< […] Anlässlich der Neueröffnung des >Burghofs< am 14. Oktober 1933 wurden die Zugnummern des >Groß-Köln< und der >Charlott< verpflichtet: Carl Heinz Charles gab den Conférencier, Marietta Lenz sang Berliner Chansons und Bert Florida zeigte Stepptänze und Tanzparodien.“ (Jürgen Müller: Willkommen, Bienvenue, Welcome – Politische Revue – Kabarett – Varieté in Köln 1928 – 1938, S. 305/306)

In Urbans Burghof konnte man sich fotografieren lassen und konnte die Bilder wohl gleich mitnehmen. Mit diesen Fotos hatte man bereits angefangen, als das Haus noch von Pschorr Bräu geführt wurde. Auf diesen Karten stand seitlich „Restaurant Pschorr-Bräu Köln a/Rh.“ Dies wurde abgeändert auf „Urban`s Burghof Cöln a/Rh.“. Beispiele dafür sind die folgenden Bilder.

Angelika Felenda: Der eiserne Sommer

Angelika Felenda: Der eiserne Sommer (erschien 2014 bei Suhrkamp; 2016 als Taschenbuch ebd.)

Geschildert wird die Aufklärung von zwei Morden durch den Kommissär Sebastian Reitmeier (Kommissär, weil in München die vom französischen commissaire abgeleitete Bezeichnung üblich ist) im Jahr 1914. Neben der Ermittlung ist auch das Privatleben von Reitmeier Teil der Handlung. So lernen wird die Freunde Sepp, Lukas und Caroline kennen. Da der Bruder der beiden letztgenannten, Franz, mit im Fall verstrickt ist, vermischt sich die Ermittlung und das Private. Zudem Caroline als Ärztin auch aushilfsweise in der Gerichtsmedizin arbeitet. Lange zieht sich die Ermittlung etwas träge dahin, da Reitmeier nicht so ermitteln darf wie er eigentlich will, er wird von seinen Vorgesetzten ausgebremst. Das klingt jetzt nach Schema F, wo es der Polizeipräsident einfach haben will, hier kommt es meiner Meinung nach aber überzeugend rüber. Spannend wird es, als der Polizeischüler Korbinian Rattler nach Sherlock Holmes-Manier auf eigene Faust ermittelt. Das endet zwar letztendlich in einem Fiasko, Rattler landet im Krankenhaus, zeigt aber, dass in zukünftigen Fällen mit der Anwendung von damals innovativen Ermittlungsmethoden zu rechnen ist.

Wie man es von ähnlichen historischen Krimis (z.B. der Reihe von Volker Kutscher) kennt, spielen die politischen Umstände eine wichtige Rolle. Der österreichische Thronfolger wurde ermordert, nun droht Krieg. Die damalige Macht des Militärs wirkt weit in den Fall hinein. Ohne das Angelika Felenda hier eine kleine Geschichtsstunde einbaut, wirkt die Beschreibung authentisch.

Die Autorin wendet zur Erzeugung von Spannung als Stilmittel der „Gesprächspartner ist nicht da“ an, d.h. Reitmeier versucht jemanden, von dem er sich wichtige Informationen erhofft, telefonisch zu erreichen, doch dieser ist unterwegs oder erst nach dem Wochenende wieder zu erreichen. So bleibt die Spannung bezüglich dieser Information noch erhalten. Wobei Reitmeier eigentlich niemanden erreicht.

Die Fortsetzung ist unter dem Titel „Wintergewitter“ erschienen und spielt im Jahr 1920.

Film: Menschen am Sonntag (1929)

peop987

„Fast ein Dokumentarfilm, dessen einzelne Teile aber durch eine angedeutete Spielhandlung zusammengehalten werden. Eigentlicher Mittelpunkt des Films ist die Stadt, sind die Menschen, die dem Zwang des Alltags zu entfliehen suchen und dabei doch keine neue Freiheit gewinnen. In vielen kleinen Episoden beobachtet der Film typische Verhaltensweisen der Bürger … Von manchen ähnlichen Versuchen unterscheidet sich dieser Film u.a. dadurch, daß er die glaubhafte Wirklichkeit nicht für publikumswirksame Pointen verfälscht. Seine Beobachtungen bleiben stets im Bereich des Wahrscheinlichen; so sind sie auch sozialkritisch relevant.“ („Reclams Filmführer“, 8. Auflage, 1991, S. 356/357)

http://www.atlas-film.de/menschen-am-sonntag.html

https://www.deutsche-kinemathek.de/archive/filmarchiv/filmrestaurierungen/menschen-am-sonntag

https://www.versicherungskammer-kulturstiftung.de/konzertreihen/filmkonzert-mum-plays-menschen-am-sonntag/

https://www.adk.de/de/programm/index.htm?we_objectID=25355

Im August 1916

Quellen:

meggtref876

Meggendorfer-Blätter Nr. 1336, 3. August 1916. Zeichnung von Franz Hlavaty (1861 – 1917). Text darunter: „Jetzt braucht man sich wenigstens nicht mehr zu genieren, wenn man nicht fließend englisch spricht; man sagt halt, man hätte eine patriotische Erziehung genossen.“

anuz765

Anzeigen aus Meggendorfer-Blätter Nr. 1336, 3. August 1916.

https://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/kunst/digilit/meggendorferblaetter.html

bergta

Bergische Tageszeitung Nr. 177, Donnerstag, den 3. August 1916.

Vermischtes aus der Region Bergisches Land, Düsseldorf, Köln:

erie9oi8

Eierverkauf für die Brotkarten-Bezirke 48 – 84 nur gegen Eierkarte (Notiz in der Bergischen Tageszeitung, 3. August 1916).

eitgprice

20 Pfennig für ein Ei verlangt ein Pfarrer in der Eifel (Notiz in der Bergischen Tageszeitung, 3. August 1916).

fetti87ka

Nudeln gegen Lochung des Feldes 3 der Fettkarte (Notiz in der Bergischen Tageszeitung, 3. August 1916).

kliko

Anzeigen im Bergischen Land wegen Verfälschung von Lebensmitteln (Notiz in der Bergischen Tageszeitung, 3. August 1916).

ma5rlade

Diebstähle in der Marmeladenfabrik (Notiz in der Bergischen Tageszeitung, 3. August 1916).

hochzu76

Eine Hochstaplerin in Düsseldorf verurteilt (Notiz in der Bergischen Tageszeitung, 3. August 1916).

volkjhzgt65

„Berliner Volkszeitung“, Nr. 394, Abend-Ausgabe, Donnerstag, 3. August 1916.

Vermischtes aus Groß-Berlin:

ber56zin

Szenen in der Berliner Untergrundbahn (in „Berliner Volkszeitung“, Nr. 394, Abend-Ausgabe, Donnerstag, 3. August 1916)

marmz765

Treffen der Marmeladefabrikanten („Berliner Volkszeitung“, Nr. 394, Abend-Ausgabe, Donnerstag, 3. August 1916).

kinfg654

Toter Junge in die Havel („Berliner Volkszeitung“, Nr. 394, Abend-Ausgabe, Donnerstag, 3. August 1916).

wetrefgt

Das Wetter am 4. August 1916 („Berliner Volkszeitung“, Nr. 394, Abend-Ausgabe, Donnerstag, 3. August 1916).

bhi003

Lokal „Burghof“ in Köln während des Ersten Weltkriegs. Drei Frauen und drei Männer (Soldaten, zwei sind Matrosen). Die Frau links und der Mann daneben haben die Hüte vertauscht. Sie trinken Bier. Der Matrose links raucht Zigarette. An der Garderobe hängen einige Militärmützen (Postkarte im Format: 140 x 88 mm).

urban006

Lokal „Burghof“ in Köln während des Ersten Weltkriegs. Vier Frauen und vier Männer (Zivilisten). Dahinter noch ein Kellner oder ein weiterer Gast. Die Frauen trugen Hüte. Getrunken wurde Bier. (Postkarte im Format: 140 x 88 mm).

gcoelzt

„Gruß aus >Groß – Cöln< Friesenstr. Hohenzollernring in Cöln a. Rh. Frau mit Militärmütze (Postkarte des Groß-Cöln. Zeichnung von Luis Usabal. Von Usabal gibt es zahlreiche Motive, auf denen junge Frauen Militärmützen tragen, vgl. „Fräulein Feldgrau“-Karten und Buch von Rudolf Jaworski „Mütter – Liebchen – Heroinen: Propagandapostkarten aus dem Ersten Weltkrieg“).

Sekundärliteratur:

„So einschneidend der Kriegsbeginn für viele Vereine war, so kurios mutet eine Vereinsneugründung Ende 1915 an: Nachdem im Winter 1915/1916 Boote beschafft worden waren, hielt der Verein für Kanusport Cöln an Ostern 1916 seine erste Fahrt ab. Im Juli folgte eine Fahrt mit allen Wassersportvereinen Kölns, an der auch – als Zuschauer – Mitglieder der Gouvernements, verwundete Soldaten und Generäle teilnahmen.“ („Köln 1914“, S. 120)

„Bereits im ersten Quartal 1916 gab es in Berlin eine Kriegsausstellung, die fast 500.000 Menschen sahen. Der Gedanke, in Köln eine ähnliche zu veranstalten, wurde im März 1916 in der Stadtverordnetenversammlung … eingebracht und beschlossen. Der Stadtverordnete Dietrich Brügelmann sagte spontan zu, den leer stehenden Neubau der Firma F. W. Brügelmann Söhne dafür zur Verfügung zu stellen. Der Krieg verhinderte den Umzug des Textilunternehmens in den von Juni 1914 bis November 1915 errichteten Neubau. Obwohl nur viereinhalb Monate Zeit war, konnte  am 19. August 1916 eine Ausstellung eröffnet werden, die … bis zu ihrem Ende nach Verlängerung am 1. November über 350.000 Besucher anzog.“ (zur „Ausstellung für Kriegsfürsorge“ in („Köln 1914“, S. 165)

„Als im November des Jahres [1915] jedoch Versorgungsprobleme entstanden, veranlasste der Bürgermeister eine Verordnung, in der detailliert rationierte Lebensmittel wie Brot/Mehl, Kartoffeln, Fleisch/Fett etc. aufgelistet und die jeweiligen Zuteilungsmengen genannt wurden. Außerdem richtete die Stadtverwaltung eine Preisprüfstelle und 1916 eine Volksernährungskommission sowie eine städtische Kriegsküche ein. … Bis hin zur Scheibe Brot und zum Flicklappen wurde in Gladbach wie auch in Bensberg fast jedes Lebensmittel und jeder Gebrauchsgegenstand durch die Gemeindebehörden zugeteilt.“ („Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte“, S. 311)

„Die schlechte Versorgungslage und die schwere körperliche Arbeit wirkten sich mit zunehmender Kriegsdauer auch auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung aus. Erste Anzeichen einer Verschlechterung waren im Raum Bergisch Gladbach, ähnlich wie in Köln, bereits 1916 erkennbar, als sich mehr und mehr die Unterernährung der Minderbemittelten zeigte und der Anteil der Tuberkulosetoten deutlich anstieg.“ („Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte“, S. 316)

„Liest man die behördlichen Berichte und Kriegschroniken, so zeigt sich, dass die Stimmungslage der Bevölkerung je nach Kriegs- und Versorgungslage deutlichen Schwankungen unterworfen war. So konstatierte Bürgermeister Pütz Mitte Juni 1916 einen >ernsten Umschwung< angesichts der großen Kartoffelknappheit. Als der Mangel einige Wochen später jedoch annähernd überwunden war, bezeichnete er die Stimmung wieder als im Allgemeinen zufriedenstellend.“ („Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte“, S. 317)

„1916 waren alle wichtigen Lebensmittel rationiert. Die Kölner unternahmen nun häufig Hamsterfahrten ins Vorgebirge, um wenigstens – illegal – Kartoffeln und Eier zu erwerben. Immer mehr Waren konnten für teures Geld nur auf dem schwarzen Markt besorgt werden. Die Bevölkerung, die Betriebe, ja selbst die Stadt waren gezwungen, sich auf dem schwarzen Markt zu versorgen. Der Schleichhandel blühte.“ („Köln, die große Stadtgeschichte“, S. 347)

„Gemeinsam mit den Inhabern der Rheinischen Brotfabrik, Jean und Josef Oebel, entwickelte er [Konrad Adenauer] 1916 das >Kölner Sparbrot<: ein Schrotbrot, das aus Mais, Reis und Gerste gebacken wurde, weil es an Getreide mangelte. Allzu gut sollte das Brot nicht schmecken, um keinen Anreiz zum überflüssigen Essen zu bieten.“ („Köln, die große Stadtgeschichte“, S. 348) „Patenschrift für Jean und Josef Oebel und Konrad Adenauer über ein ab 2. Mai 1915 patentiertes Verfahren zur Herstellung eines Schrotbrotes …“ („Adenauer, seine Zeit – sein Werk“, S. 17)

„1916 Mai 13 – Den Haag
Das niederländische Landwirtschaftsministerium an den Oberbürgermeister von Köln: gestattet eine erste Ausfuhr von 250 Milchkühen.“ („Adenauer, seine Zeit – sein Werk“, S. 17)

„1916 Juli 1 – Köln und Schwelm
Vertrag zwischen der Stadt Köln (i:V. Adenauer) und dem Landwirt Carl Levering über die Verpachtung seiner Weiden in der Gemeinde Schwelm an die Stadt … Die Weiden wurden zur Milchviehhaltung benötigt.“ („Adenauer, seine Zeit – sein Werk“, S. 18)

„1916 Juni 19 – Köln
Adenauer in der Lebensmittelkommission: unterrichtet über die mangelhafte Kartoffelversorgung und die Ausgabe von Ersatznahrungsmitteln, hält die Reichsregierung für den Verursacher dieses Unglücks, wirft ihr >gewissenlose Dummheit< vor, belastet die Reichstagsabgeordneten mit einem Teil der Schuld … Das Jahr stand im Zeichen der Kartoffelkrise, die ihren Höhepunkt im Kohlrübenwinter 1916/1917 finden sollte.“ („Adenauer, seine Zeit – sein Werk“, S. 18)

„1916 … Die Firma >Gewerkschaft Lindlar< verlegt Schmalspurgeleise (60 cm Spurweite) auf der Strecke Brungerstberg-Bahnhofstraße (5.6.) … Einrichtung einer Kriegshilfskasse für Kriegsteilnehmer. – Im Abrahamsthal wird eine Wasserleitung verlegt (9.8.) …“ („Lindlar – eine Bergische Gemeinde erzählt …“, S. 437)

„Lehrer Wilhelm Weiter wurde am 7.10.1915 vom Militär entlassen und übernahm die Klasse 1. Bei dieser Regelung blieb es bis zum 21.1.1916; denn an jenem Tag wurde auch Herr Kloth vom Heeresdienst befreit … am 11.3.1916 wurde Herr Wisel Soldat. Nachdem Herr Welter nun auch in Scheuren ausgeholfen hatte, kam am 1.6.1916 der Lehrer Joseph Schreiner nach hier …“ („Odenthal – Geschichte einer Bergischen Gemeinde“, S. 288/89)

„1916 Einführung der neugewählten Gemeinderäte in ihr Amt (10.3.). Es ist dies der letzte nach dem Dreiklassenwahlrecht gewählte Rat …“ („Odenthal – Geschichte einer Bergischen Gemeinde“, S. 293)

siegi87

Drei Männer im Sommer 1916 im Siegtal.

„Am 1. Februar 1916 gründete [Hugo] Ball das Cabaret Voltaire. Er hatte eine Vereinbarung mit dem Besitzer der Kneipe >Meierei<, Herr Ephraim, im Niederdorf getroffen, jenem weniger gut berüchtigten Quartier der sehr gut berüchtigten Stadt Zürich. Durch ein literarisches Kabarett versprach er Herrn Ephraim, den Verkauf von Bier, Würstchen und belegten Brötchen zu heben. Emmy Hennings sang Chansons. Ball begleitete sie auf dem Klavier….“ (DADA – Kunst und Antikunst“, S. 12 – 14)

„Besonders groß war das Engagement der Bevölkerung im Lazarettwesen. Wenige Wochen nach Kriegsbeginn trafen an den Bahnhöfen in Friedrichshafen und Überlingen die ersten Transporte mit Verwundeten von der Westfront ein, denen v. a. nach den großen Schlachten des Jahres 1916 bei Verdun und an der Somme viele folgen sollten.“ („1914 – 1918“, Kriegserfahrungen von Soldaten aus der Touraine und vom nördlichen Bodensee, S. 69)

„Die Bevölkerung wurde aufgrund der schlechten Ernährungslage anfällig gegenüber Infektionskrankheiten wie etwa Diphterie, die Anfang 1916 im Amtsbezirk Überlingen auftrat.“ („1914 – 1918“, Kriegserfahrungen von Soldaten aus der Touraine und vom nördlichen Bodensee, S. 73)

„Ende Juli wird das 119. Grenadier-Regiment von Ypern an die Somme verlegt. Hier tobt seit Ende Juni 1916 die blutigste Schlacht des Ersten Weltkriegs [Schlacht Somme/Frankreich, ca. 1. Juli bis 19. November 1916]. Diese Offensive ist als Entlastungsangriff für das von deutschen Truppen angegriffene Verdun [Schlacht Verdun/Frankreich, 21. Februar bis 18. Dezember 1916] gedacht. Sie führt zu über einer Millionen getöteter und verwundeter Soldaten. Aber genau so wenig wie den Deutschen bei Verdun gelingt den Engländern und Franzosen an der Somme den Durchbruch bzw. die Zermürbung des Gegners.“ („1914 – 1918“, Kriegserfahrungen von Soldaten aus der Touraine und vom nördlichen Bodensee, S. 202)

„Berühmt wird Else Ury vor allem durch ihre >Nesthäkchen<-Reihe, von welcher bis 1915 bereits die Bände >Nesthäkchen und ihre Puppen<, >Nesthäkchen erstes Schuljahr< und >Nesthäkchen im Kinderheim< erschienen sind. >Nesthäkchen und der Weltkrieg< aus dem Jahr 1916 [VÖ wohl 1917] ist das wohl populärste deutschsprachige Kinderbuch während der Kriegsjahre.“ („Am liebsten wäre ich Soldat“, Kinderschicksale im Ersten Weltkrieg, S. 119)

“ … ab Mitte 1916 hatte sich die Wirksamkeit der britischen Seeblockade derart erhöht, dass die Versorgung der Bevölkerung immer schwieriger wurde und im Hungerwinter 1916/17 fast zusammenbrach.“ („Am liebsten wäre ich Soldat“, Kinderschicksale im Ersten Weltkrieg, S. 249)

„Am 7. Februar 1916 erstach der niederländische Grubenarbeiter Hermanus van Geleen bei Köln den Arbeiter Hubert de Graaf, mit dessen Frau er schon längere Zeit ein Liebesverhältnis unterhielt. Die Vollstreckung des am 7. März 1916 gefällten Kriegsgerichtsurteils erfolgte am frühen Morgen des 21. Julis 1916 durch Erschießen.“ (Udo Bürger „Bleche Botz und Klingelpütz – Kölner Kriminalfälle von 1815 – 1918“, S. 269)

„Im Ersten Weltkrieg war alles rationiert, alles zugeteilt. Und die Bauern mußten das meiste abgeben. Ich weiß noch, da hatten wir Frühkartoffeln angebaut. Die haben wir dann geliefert, also zwangsweise abgegeben, da hatten wir später selbst nix mehr! Zu der Zeit kriegten wir viel Dörrgemüse, so getrockneter Kohl und so was alles, das gab es da viel zu kaufen. Oder Graupen. Gerste ist das. Und weil es auf Zuteilung immer nur Graupen gab, hatte der Adenauer, der war damals Bürgermeister von Köln [Anm.: ab Oktober 1917], den Beinamen Graupenauer!“ (Bernhard Kalsbach in Martin Rosswog „Rückblende – Befragungen einer Generation“, S. 54)

„… Durch einen Trick schaffte ich es, daß ich felddienstfähig geschrieben wurde. Als Infantrist kam ich an die Front. Ich habe die Schlacht bei Soissons [Januar 1915] mitgemacht und später die Somme-Schlacht [Schlacht Somme/Frankreich, ca. 1. Juli bis 19. November 1916]. Die Somme-Schlacht war die schlimmste von allen, sie war mit keiner anderen Schlacht zu vergleichen! Was da für ein Durcheinander war! Kein Mensch wußte mehr, wo der andere war. Das waren furchtbare Tage!“ (Anton Gießmann in Martin Rosswog „Rückblende – Befragungen einer Generation“, S. 154)

„Eine Bestandsaufnahme für Nahrungsmittel in den Kölner Haushalten im Januar 1916 ergab, dass in 51.470 von 130.646, also rund 39 Prozent der Kölner Haushalte, keine Kartoffelvorräte mehr vorhanden waren. Auch die Versorgung der Bevölkerung  mit Butter und Schweinefleisch wurde äußerst ungünstig angesehen. Besser hingegen sah es in Köln mit der Versorgung mit Gemüse aus. Die Bemühungen der Stadt Köln, nahezu jedes geeignete Stück Land mit Gemüse bebauen zu lasse´n, halfen dabei sicherlich mit.“ (Volker Standt: „Köln im Ersten Weltkrieg“, S. 245)

„Die im Oktober 1915 beschlossene Volksküche in Köln-Mülheim zur Versorgung der Bevölkerung nahm am 1. März 1916 ihren Betrieb auf. Schon am 28. Februar 1916 hatte eine Volksküche in Köln-Dellbrück, Andreaestraße 2, eröffnet. Zur Versorgung der Bevölkerung der Altstadt verkaufte die Stadt Köln von fahrbaren Küchen aus ab dem 14. Februar 1916 warme Mittags- und Abendessen in Form von Eintopfgerichten zum Preis von 20 Pfennig für die Liter-Portion. Die Küchenwagen trugen das Schild Stadtküche und kündigten sich durch Klingelzeichen an. Zunächst durchfuhren drei Küchen von 11:30 bis 13 Uhr und von 18:30 bis 20 Uhr die Arbeiterviertel der Altstadt. Köln war mit diesen ersten >Gulaschkanonen< Vorreiter für andere Städte Deutschlands. […] Eine weitere Verkaufsstelle für Eintopfgerichte wurde von der Stadt Köln in Ehrenfeld, Körnerstraße 10, am 15. März 1916 eröffnet. Zwischen 11:30 und 13 Uhr wurden hier Eintopfgerichte für 40 Pfennig die Portion verkauft.“ (Volker Standt: „Köln im Ersten Weltkrieg“, S. 249) Anm.: Die Küchenwagen der Stadtküche wurden von einem Pferd gezogen (vgl. Abb. hier)

„Zum 1. Juli 1916 sollte eine neue Form des Brotbuches herausgegeben werden. Die gekauften Waren sollten nicht mehr in das Brotbuch eingetragen werden, sondern das Buch sollte Marken für verschiedene Waren und Zeiten des Verkaufs enthalten, die dann beim Kauf an die Verkäufer abgegeben werden mussten. Die Verkäufer mussten die Marken auf Bogen aufkleben und bei der städtischen Brotbuchzentrale zur Kontrolle vorlegen. Mit diesem System wollte man insbesondere den Missbrauch des Brotbuches durch Radierungen und Veränderungen der Eintragungen verhindern. Die Stadt Köln nahm sich bei diesem neuen System die Stadt Aachen und ihr Verteil- und Kontrollsystem zum Vorbild.“ (Volker Standt: „Köln im Ersten Weltkrieg“, S. 257)